#46

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 01.03.2023 11:45
von Gänseblümlein • 602 Beiträge | 602 Punkte

Mein Arzt hat damals empfohlen eine Blutung abzuwarten, da durch die Ausschabung viel Schleimhaut abgetragen wird, mehr als bei einer normalen Periode. Aber hier gehen die Meinungen auch auseinander, auf jeden Fall muss man nicht mehrere Monate warten. Verlass dich auf dein Gefühl, wichtig ist auch, dass deine Seele wieder bereit ist.
Ich hoffe das Gespräch bei der Beratungsstelle hilft dir. Ich hab mich damals auch beraten lassen und das Gespräch tat mir unheimlich gut!

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#47

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 01.03.2023 14:11
von Nelke • 2.163 Beiträge | 2173 Punkte

Es ist wirklich schade, dass du vor deinen Freundinnen nicht den Raum zum trauern findest.
Vielleicht ist es für dich aber auch in Ordnung zu Hause zu trauern und bei deinen Freundinnen nach vorne zu schauen? So als kleine Auszeit von all den schlimmen Ereignissen.
Ich finde es super, dass du dich an eine beratungsstelle wendest. Das schafft nicht jede.
Spazieren gehen, kochen, Freundinnen treffen, viele kleine Dinge die dir den Alltag zurück bringen.
Corona kann schon gut schlauchen, übernimm dich nicht ;)
Eine warme Badewanne ist bestimmt kein Problem mehr. Das ist ja eh ganz schön umstritten ob das Infektionsrisiko in der Badewanne wirklich sooo hoch ist. Genauso wie die wartezeit nach der ausschabung. Die meisten sagen 1 periode abwarten. Studienergebnisse gibt es dazu wohl nicht.
Hab einen schönen, erholsamen Tag mit ein paar Sonnenstrahlen, guten essen und aufmunternder Musik 🤗

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#48

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 01.03.2023 14:12
von Katrin • 361 Beiträge | 361 Punkte

Liebe Annarose, schön, von dir zu lesen.
Und schön, dass es ganz langsam wieder besser wird. Nicht so schnell, wie man sich das wünscht und nicht linear, sondern mit Auf und Abs, wie du schreibst. Aber immerhin!
Es ist so wichtig, dass du dir die Zeit nimmst, die es eben braucht.
Und vielleicht ist natürlich, ja, aber das macht es doch nicht weniger schlimm und nimmt nichts von deinem Schmerz.

Wir haben jeweils eine Periode abgewartet, wie es uns geraten wurde. Das hat sich ganz gut angefühlt so, weil ich dann auch das Gefühl hatte, jetzt ist mein Körper allmählich wieder in der Spur und es normalisiert sich wieder. Und dann haben wir direkt wieder losgelegt.

Ich hab mir da auch so viele Gedanken drum gemacht und wir haben überlegt, wie lange wir verhüten sollen. Und dann haben wir es spontan doch anders gemacht, weil es sich falsch angefühlt hat...

Ihr werdet euren Weg finden! Ich wünsche dir weiter viel Kraft und Liebe für dich selbst! Du bist so eine starke Frau!

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#49

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 05.03.2023 07:37
von Nelke • 2.163 Beiträge | 2173 Punkte

Hallo Annerose,
wie geht es dir?
Wenn du magst, kannst du im hibbelforum schnuppern 😊 Und wenn du bereit bist, schließt du dich uns an. Ist mir eben so eingefallen...
Hab einen schönen Sonntag!

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#50

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 06.03.2023 09:23
von Annarose • 19 Beiträge | 19 Punkte

Ich habe heute Morgen in einem Podcast drei Frauen darüber sprechen gehört, wie heilsam für sie das Schreiben war, als sie ihre Verluste verarbeiten mussten. Dabei dachte ich mir nur: Ja! Genau so ist es! Mir hilft das Schreiben auch sehr und ich merke, es gibt mir einen Raum, mich auszudrücken, Momentaufnahmen festzuhalten und auch Dinge "auszusprechen", die sonst ungesagt blieben.

Am Donnerstag kam die Hebamme vorbei und es war, wie erwartet, unglaublich hilfreich. Besonders ihre Versicherung, dass ich nicht "zu viel" Zeit brauche, sondern genau richtig handle, indem ich auf meinen Körper höre. Ich habe ihr geschildert, wie es mir körperlich die letzten Tage ging und sie meint, ich hätte sicher mehr Blut verloren, als die Zahlen zeigen. Da ja der Hb-Wert nur bei meiner Ankunft im Krankenhaus gecheckt wurde, wäre es wahrscheinlich, dass ich eigentlich schon unter der kritischen Untergrenze gelandet bin, dass man es eben nur nicht gemessen hat. Da ich ja bereits Eisen nehme und mich generell sehr eisenreich ernähre, soll ich das nochmal testen lassen. Das ist aber dann vermutlich die Erklärung dafür, dass ich immer noch derart erschöpft und kraftlos bin und mir regelmäßig schwindlig wird.
Ich hatte außerdem nie wirklich Kopfschmerzen, aber seit der Fehlgeburt habe ich mehrmals am Tag richtige Attacken und auch das werde ich abklären lassen. Ich denke, Corona habe ich tatsächlich auch etwas unterschätzt, aber ich neige auch dazu, mich etwas zu übernehmen, wenn ich denke, "das geht auch noch schnell". Aktuell geht nichts "auch noch" und ich merke, schon die Betreuung meiner Tochter und kleine Erledigungen im Haushalt oder draußen sind so kräftezehrend, dass ich mich danach erstmal eine Stunde hinlegen muss.

Emotional habe ich gemerkt, dass da noch vieles hochkommt, wenn ich mir Raum gebe, zu reflektieren, was alles geschehen ist. Ich bin gespannt, wie das Gespräch diese Woche wird, aber freue mich mittlerweile darauf. Überhaupt bin ich zuversichtlich, dass ich alles tue, was ich kann, um aus diesem Tief auch wieder aufzusteigen. Dass ich vermutlich aber noch einige Wochen nicht zur Arbeit kommen werde, ist immer noch krass. Ich kann es viel besser akzeptieren und weiß, das muss gerade so sein. Aber es ist dennoch schockierend, weil ich eben noch nie so lange krank war.
Meine Hebamme hat mir etwas zum Chi erklärt, dass die traditionelle chinesische Medizin diese Vorstellung der Lebenskerze hat, und dass wir eben nur eine haben. Darum sei es ganz wichtig, sich eben nicht zu schnell zu viel zuzumuten, sondern wirklich auf sich zu achten.
Sie hat auch erzählt, dass sie und ihr Mann immer noch über das Kind sprechen, das sie in der 12. Woche verloren hat. Das fand ich schön und sehr inspirierend.

Als ich am Wochenende nicht schlafen konnte (meist bin ich ab 2 spätestens wach und kann nicht mehr einschlafen), habe ich nach Namen gesucht und mich dann gestern mit meinem Mann auf einen geeinigt, der das Sternenkind hoffentlich gut begleiten wird. Es macht einen solchen Unterschied, dass wir jetzt leichter über ihn und mit ihm sprechen können.

Draußen hat es gerade zu schneien begonnen und ich sammle noch Kräfte, um gleich Termine ausmachen zu gehen. Zum Frauenarzt würde ich gerne noch in den nächsten paar Wochen. Ich möchte auf jeden Fall nochmal zum Frauenarzt, um auch da hoffentlich zu hören, dass ich soweit alles überstanden habe und die Schleimhaut kontrollieren lassen. Mein Eisprung scheint bereits passiert zu sein - ich habe vorher noch nie diese Tests verwendet, aber wollte mir ein bisschen "Bestätigung" holen. Nun warte ich auch die Menstruation und dann sehen wir weiter.
Interessanterweise schaffe ich es gerade ganz gut, das Projekt "Wieder schwanger werden" von der Angst zu trennen, dass wir nochmal einen Verlust erleben könnten. Aktuell bin ich sehr zuversichtlich, dass sich alles irgendwie finden wird. Da wir über Ostern eine Woche nach London fliegen, um einen Verwandten zu besuchen und mal "raus" zu kommen, bleibt es spannend, wie viel Zeit wir da haben, um eventuell fruchtbare Tage zu nutzen. Aber es tut gut, dass mein Mann und ich uns in den letzten Tagen viel Zeit füreinander genommen haben. Am Ende muss man ja irgendwie als Team durch diese Zeit kommen und ich bin erleichtert, dass wir das scheinbar ganz gut im Blick behalten.

Im Hibbelforum werde ich also wahrscheinlich wirklich ein bisschen reinschauen, obwohl ich merke, ich lasse gerade alles eher auf mich zukommen. Solange es mir körperlich noch nicht richtig gut geht, ich keine Vorstellung davon habe, wann und wie ich wieder in die Arbeit einsteige (eine Freundin meinte, es gäbe vielleicht auch die Option einer Wiedereingliederung, nachdem ich ja ganz schön lange raus war und eben voraussichtlich nicht sofort mein volles Pensum schaffen werde) und ich die Beratung erst noch starten muss, kann ich kaum weiter als nächste Woche denken. Und vielleicht ist das genau, was eben gerade höchstens möglich sein muss.


zuletzt bearbeitet 06.03.2023 09:24 | nach oben springen

#51

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 14.03.2023 14:59
von Annarose • 19 Beiträge | 19 Punkte

Hallo ihr Lieben!

Ich wollte gestern wieder schreiben, weil ich mich so gut gefühlt habe. Ich hatte Energie, habe viel geschafft und der ganze Tag fühlte sich ein bisschen wie Frühsommer an.

Es haben tatsächlich einige Termine stattgefunden, die mir geholfen haben. Allen voran das Beratungsgespräch. Ich habe viele Dinge aus einer anderen Perspektive gesehen, aber auch wirklich im Körper gespürt, wo ich mich noch nicht wieder in Ordnung fühle. Das Verständnis, das die Beraterin mir entgegengebracht hat, hat geholfen, auch mir selbst mehr Verständnis entgegenzubringen. Ich habe gemerkt, dass ich immer noch damit zu kämpfen habe, dass ich aktuell nicht arbeiten gehe. Bis Ostern bin ich noch krankgeschrieben, wobei meine Hausärztin signalisiert hat, dass sie das auch noch weiter fortsetzen kann oder mich alternativ unterstützt, eine Wiedereingliederung zu starten. Dieses Kranksein macht mir ziemlich zu schaffen und ich habe verstanden, dass das an meinen eigenen überhöhten Ansprüchen an mich liegt. Darum versuche ich mich gerade darin, zu akzeptieren, dass ich manchmal nichts tue und dass das auch schon genug ist.

Tatsächlich fühle ich mich heute wieder zurückgeworfen in diese Antriebslosigkeit und Kraftlosigkeit und ich spüre, dass ich so niemandem gerecht würde, wenn ich in der Schule wäre. Es ist aktuell auslastend genug, mich um meine Tochter zu kümmern, die Katzen zu versorgen und das eine oder andere im Haushalt zu erledigen. Dennoch plane ich gerade jeden Tag auch ganz bewusst Momente für mich ein. Morgen gehe ich zum Frisör, weil ich so sehr spüre, dass ich eine Veränderung brauche. Ab nächster Woche bekomme ich Massagen bei der Physio für die Kopfschmerzen, die ich seit der Fehlgeburt täglich habe. Gestern war ich beim Frauenarzt und durch eine glückliche Fügung bei der neuen Kollegin für den Ultraschall. Sie war unglaublich empathisch, meinte, alles sehe perfekt aus und so habe ich eine Sorge weniger. Sie meinte, dass das körperliche die eine Sache sei, die mentale eine andere und dass ich auch gerne dort eine Krankmeldung bekommen kann, wenn ich diese bräuchte.

Die Dame bei der Schwangerschaftsberatung hat mir gezeigt, dass meine Identität durch den erlebten Kontrollverlust im Kern erschüttert wurde und ich daher diese Zeit jetzt als Geschenk unseres Kindes annehmen darf. Sie meinte, es sei jetzt wichtig, herauszufinden, wer ich "danach" bin, wer ich bin, wenn ich nicht "funktioniere", wenn ich nicht "alles perfekt mache". Ich fand es ganz beeindruckend, wie erleichtert ich nach dem Gespräch war und wie sehr ich all diese Dinge gespürt habe. Nun versuche ich anzunehmen. Versuche, weniger mit dem Kopf und mehr mit dem Bauch zu entscheiden, mir Gutes zu tun, schöne Erlebnisse zu planen und den Gedanken an "alle anderen" ziehen zu lassen.

Aktuell weiß ich nicht so recht, wann ich mich wirklich wieder besser fühlen werde, und das finde ich ganz schön beängstigend. Meine Hoffnung wäre es, nach den Osterferien wieder in die Schule gehen zu können, aber dazu muss noch einiges passieren - und dass ich darüber wenig "Kontrolle" habe, ist mir in den letzten Tagen bewusst geworden. Also übe ich mich in Akzeptanz und bemühe mich, ganz im Moment zu bleiben und achtsam mit mir umzugehen.

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#52

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 15.03.2023 08:39
von Susanne • 4.575 Beiträge | 4593 Punkte

Schön von Dir zu hören. Kontrolle hat man über die Trauer leider oder vielmehr Gott sei Dank nicht, denn dann würde ja der Verstand einsetzen und das ist bei Gefühlen und ihrem Empfinden eher kontraproduktiv. Viel Spaß heute beim Friseur, vielleicht kommt ja was ganz neues dabei heraus?

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#53

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 15.03.2023 10:58
von lou_vah • 1.030 Beiträge | 1030 Punkte

Hey ich hab auch eine Veränderung gebraucht und mir nach 10Jahren die Haare wieder kurz geschnitten. Hatte danach zwar gemischte Gefühle, weil immer wenn Menschen meinten es sieht toll aus, ich das Gefühl hatte es war eine Verzweiflungstat aber es war auch gut, mal wieder aktiv über etwas bestimmen zu können, was den eigenen Körper angeht.
Hoffe du lässt es dir gut gehen!

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#54

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 25.03.2023 13:44
von Annarose • 19 Beiträge | 19 Punkte

Ich habe immer noch damit zu kämpfen, wieder richtig in meinem Körper anzukommen. Die Kopfschmerzen habe ich mehrmals täglich, mein Energielevel ist noch immer niedrig. Ich akzeptiere aber besser, dass es eben so ist und ich so ja in der Schule eh wirklich von Nutzen bin.
Nun kommt seit ein paar Tagen dazu, dass ich verunsichert bin, was mein Zyklus macht. Der Schwangerschaft war ja recht schnell nach der kürettage negativ, der Ovulationstest um den erwarteten Eisprung positiv. Einige Tage vor meiner erwarteten ersten Periode hatte ich alle meine typischen pms Symptome und jetzt bin ich eine Woche überfällig und verstehe nicht, wie das sein kann. Der Ovulationstest hat ja eindeutig einen Eisprung angezeigt und danach sollte es ja meist nicht mehr als zwei Wochen bis zur Blutung dauern. Ich kann mir das gerade gar nicht erklären, weil ich nach dem Frauenarztbesuch und von den Symptomen her davon ausgegangen bin, es ist alles regelmäßig wieder da.

Hat jemand ähnliches erlebt oder hat eine Erklärung?

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#55

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 22.04.2023 07:04
von Dany • 567 Beiträge | 567 Punkte

Hallo Annarose,
wie geht’s dir denn? Arbeitest du wieder oder bist du weiterhin krankgeschrieben? Ich finde es gut, dass du so verständnisvolle Ärzte hast und dir die Zeit und den Raum zum Trauern und für dich nimmst. Wie ging es mit deinem Zyklus weiter?
Ich habe einen sehr regelmäßigen Zyklus, so eine Verschiebung hatte ich nur einmal und da vermute ich eine erfolglose Einnistung einer befruchteten Eizelle, weil ich auch beginnende Schwangerschaftssymptome hatte, der Test war und blieb aber negativ.

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#56

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 24.04.2023 13:21
von Annarose • 19 Beiträge | 19 Punkte

Liebe Dany,

danke der Nachfrage. Ich fühle mich so, als wäre ich aus meinem Leben rausgeworfen worden. Bin noch krankgeschrieben und meine Hausärztin hat mir bestätigt, was ich bereits vermutet hatte. Bei mir hat die Fehlgeburt wohl eine mittelgradige depressive Episode ausgelöst. Das äußert sich unter anderem so, dass ich immer noch wenig Energie habe, mich schlecht konzentrieren kann, oft in Gedankenkreiseln verheddere.
Dadurch, dass ich in meinem Alltag aber ja soweit funktionieren muss, zweifle ich immer wieder selbst daran, wie schlecht es mir geht. Die kleinsten Dinge schaffen mich aber und dann wird mir wieder bewusst, dass die Depression eben wirklich da ist. Es fällt mir zunehmend leichter, das als aktuellen Zustand zu akzeptieren. Es wird sicher wieder besser, aber gerade sind da leider alle überlastet, so dass ich voraussichtlich frühestens im Sommer eine Psychotherapie starten kann. Ich fühle mich aber gut aufgehoben und erinnere mich immer wieder daran, dass es "für irgendetwas gut sein" wird, auch wenn ich das aktuell noch nicht verstehe.
Mein Zyklus ist wirr. Immerhin hatte ich meine Periode ziemlich genau 8 Wochen nach der OP, so dass ich davon ausgehe, dass es jetzt wieder "regelmäßig" läuft. Das Thema Schwangerwerden ist gerade ganz in den Hintergrund gerückt, weil ich selbst nicht sagen kann, ob das gerade helfen würde oder nicht. Wir haben also beschlossen, uns gar nicht groß damit zu beschäftigen und schauen einfach, was kommt. Der Gedanke daran, dass ich nochmal ein Kind verlieren könnte, macht mir Angst, gleichzeitig ist mir bewusst, dass es ja an sich kein erhöhtes Risiko dafür gibt. Wenn man aber schonmal am falschen Ende der Statistik aufgewacht ist, hilft das aber ja auch nicht so richtig.

Ich tue also das, was ich gerade kann. Heute habe ich gebadet, einen Spaziergang gemacht und treffe heute Abend eine Freundin. Morgen werde ich mich dann von den "vielen Dingen" erholen müssen, aber auch das ist okay. Ich lerne, zu akzeptieren, dass es nicht immer nach meinem Kopf geht und dass ich nicht immer "Leistung" bringen muss. Ich denke, das ist auf jeden Fall eine wichtige Lektion, auch wenn ich sie gerne anders gelernt hätte.

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#57

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 13.06.2023 07:48
von Annarose • 19 Beiträge | 19 Punkte

Hallo ihr Lieben,

ich habe mich lange nicht gemeldet und merke, ich weiß gar nicht recht, was ich schreiben möchte, weil ich mich immer noch sortiere.

Ich hatte gelesen, dass eine Fehlgeburt ein traumatisches Erlebnis sein kann und doch sehe ich aktuell Nehals kurze Zeit bei uns als Schlüsselerlebnis. Diese Trauer, der Schock, das systematische Hinhören und Verarbeiten von Gefühlen hat angestoßen, dass ich auch sonst mehr in mich hineinhöre. Mittlerweile wurde die Diagnose einer depressiven Episode um den Begriff Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung erweitert. Ich verstehe, dass ich in der Kindheit viele "Überlebensstrategien" entwickelt habe, die mir schon länger nicht mehr gut taten, die mich aber "zusammengehalten" haben. Seit der Fehlgeburt funktioniert das nicht mehr - und inzwischen bin ich dafür dankbar, weil ich merke, dass ich weniger "funktionieren" möchte, weniger "alles durchdenken". Ich habe glücklicherweise eine Psychotherapeutin und Hilfe von verschiedenen Seiten und weiß, auf der anderen Seite werde ich mit neuer Kraft wieder aufsteigen und womöglich ein anderes Leben mit neuer Qualität starten.

Ich dachte, womöglich ist diese Information für andere Frauen interessant, die ebenfalls damit kämpfen, danach "einfach so" weiterzumachen, die vielleicht wieder zurück am Arbeitsplatz sind oder Hibbeln, aber die merken, irgendwas fehlt. Ich würde jeder, die kann, empfehlen, sich mit ihrer mentalen Gesundheit zu beschäftigen, vielleicht auf Therapeutensuche zu gehen oder zumindest mit einer Schwangerschaftsberatung unverbindlich Kontakt aufzunehmen. Die psychischen Folgen werden ja oft in unserer Gesellschaft übersehen oder "kleingeredet", sind aber doch immens, wie ich mehr und mehr verstehe.

Ich danke euch so sehr für eure Unterstützung! Ich fühle mich so weniger allein auf dieser Reise, weil ich hier so sehr gesehen und gehört wurde!


zuletzt bearbeitet 13.06.2023 08:06 | nach oben springen

#58

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 22.06.2023 13:32
von WirbelwindMama • 21 Beiträge | 21 Punkte

Danke für deinen letzten Text. Ich überlege auch mir psychologische Hilfe zu holen, da ich es nicht so richtig schaffe, weiterzumachen wie zuvor. Ich funktionierte zwar, aber ich bin konstant am Anschlag, so wie du es schreibst, weil viele Strategien jetzt nicht mehr funktionieren.

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#59

RE: Missed Abortion - Wie lange im Schockzustand?

in Mein totes Kind im Bauch-ich erleide gerade eine Fehlgeburt 22.06.2023 22:54
von lou_vah • 1.030 Beiträge | 1030 Punkte

Ich habe nach 6 Monaten endlich bei meiner Therapeutin angerufen und es hat mir wirklich sehr gut getan, parallel dazu bin ich noch zu einer Selbsthilfegruppe und schon im Vergleich zu vor einem Monat geht es mir besser und es war sehr entspannend für mein Gehirn zwei feste Orte für das Thema Fehlgeburt und unerfüllter Kinderwunsch zu haben, somit ist es ein bisschen kleiner in meinem Alltag geworden.

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