#1

Kein Beweis,werde nicht ernst genommen

in Eure Geschichte 12.09.2021 11:51
von Hexe • 1 Beitrag | 1 Punkte

Hallo Zusammen

Ich hoffe,dass ich Gleichgesinnte treffe,die mich ernst nehmen.Im Juli und August Betrieb ich massiv Kraftsport,kümmerte mich um meine Ernährung.Trotzdem nahm ich zu.Ende Juli eine sehr kurze Blutung als Mens,ich machte mir keine Gedanken.Ich nahm immer mehr zu und wurde immer schwächer.Mitte August musste ich das Training einstellen,wurde immer platter,obwohl ich da schon in meiner 2.Urlaubswoche war.
Bekam massive Wassereinlagerungen,wurde immer gemütlicher,bekam einen heftigen Nestbautrieb,da ich mit meinem Partner noch nicht zusammen wohne.Achtete penibel auf Ernährung und meinen Körper,wurde sehr glücklich,als ich Kinder im Umfeld sah.Bei einem Umzug zog ich eine "Freundin",eine dreifache Mum ins Vertrauen.Ich hatte extreme Angst,zu viel zu heben.Sie tat es ab,ist ja noch nix bewiesen.Ich machte was ich kann und schleppte mich langsam die Treppen hoch.Noch nie so eine Angst gehabt.
Tage später ein kleiner Wanderurlaub.Kam trotz gutem Training die Hügel kaum hoch.Hatte immer mehr das Gefühl,dass da was kommen möchte. Viele Hormone...Gut,musste auf meine Mens warten.Bei der Abreise,kurz vor meiner Mens,wurde mir stundenlang speiübel,ich kotzte mir die Seele aus dem Leib.Danach komplette Trauer,als ich Kinder sah.Wusste nicht warum.Danach extreme Blutungen,eine Blasenentzündung,Kehlkopfentzündung,Bronchitis,Migräne,Kotzkrämpfe...Alles mit starken Medis,teilweise Codein in den Griff bekommen.Schwangerschaftstest war nicht mehr nötig.

Wurde von der "Freundin" gefragt,was mit meiner Resilienz los sei.Ich solle daran arbeiten.Warum ich ihr denn nicht weiter beim Umzug helfen würde.Das sei schließlich wichtig


Von anderen Menschen wurde ich gefragt,ob ich es mir denn so sehr wünschen würde...So nach dem Motto,ich hätte es mir eingebildet.

Habe mittlerweile gute Tage,an denen ich gut damit klar komme und normal arbeiten gehe.

Zwischendurch reißt es mich aber noch mit,wenn ich Säuglinge sehe.Ich bin 34 und lebe in einer glücklichen Partnerschaft.Ich weiß dass ich noch Chancen habe.Aber darum geht es gar nicht.

Die Frauenärztin meinte auch nur ich solle kommen,wenn der Test positiv sei.

Mein Freund zeigt mittlerweile Verständnis.Kann das aber auch nicht komplett nach empfinden.

Ich glaube,es ist nach wie vor ein großes Tabu Thema.

Vor allem wenn man nicht "den Beweis" hat.

Gibt es Menschen,die das auch ähnlich erlebten?

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#2

RE: Kein Beweis,werde nicht ernst genommen

in Eure Geschichte 24.09.2021 11:41
von ~Simone~ • 5 Beiträge | 5 Punkte

hallo Hexe

ich habe das was du erlebst nicht genau so erlebt, aber ich glaube dass man es spüren kann wenn etwas ist oder nicht.
Bei mir war es nur anders da ich in Behandlung stand. Jede misslungene Behandlung die ich hatte hat sich im Grunde wie eine Fehlgeburt angefühlt.
Es ist in sofern anders dass ich ja wusste da wurde was gemacht.
Aber was ich sagen wollte ist, dass ich jedes mal vor dem SST so geweint habe, ich war immer noch so voll mit Hormonen dass ich keine Blutung bekommen würde, aber geweint habe ich schon vor dem Test, als wenn ich es schon innerlich wusste. Danach konnte ich auch immer nie schwangere sehen. das war total schrecklich.
Ich weiss es ist nicht 100pro identisch, aber ich nehme deinen Beitrag ernst. Ich verstehe wie schwer das ist im Bekanntenkreis mit dem Verstehen werden. Vll ist dein SST falsch negativ ausgeschlagen und deswegen hast du keinen Nachweis?
Neulich sagte eine Hebamme zu mir , auch wenn es nicht offiziell eine Fehlgeburt war, wenn es sich so anfühlt für den Betroffenen ist es eine.
Das hat mir in sofern geholfen als dass ich die anderen "negativen" Ergebnisse nie als dass dachte sehen zu dürfen aber jetzt versuche umzudenken. Die anderen neg in sofern weil ich jetzt das erste mal SS war und es verloren habe...
Ich wünsche dir alles Gute

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#3

RE: Kein Beweis,werde nicht ernst genommen

in Eure Geschichte 24.09.2021 18:08
von Linta • 26 Beiträge | 26 Punkte

Hallo Hexe,

Mein Beileid zu deinem Verlust. Es ist furchtbar, wenn man damit nicht ernst genommen bzw. es nur abgetan wird. Meine 3. FG war auch eher "nur" eine biochemische Schwangerschaft. Für mich war der Verlust genau so schlimm wie die beiden davor, in denen ich weiter war. Ich bekomme manchmal zu hören, dass viele Frauen bei einer so frühen FG gar nicht merken, dass sie schwanger waren, sondern es nur für eine verspätete Mens halten. Dass ich eben so darauf achte und eben sehr früh teste, weil ich es mir wünsche schwanger zu werden. Das ist jedes mal verletzend, da es den Verlust irgendwie runter spielt (so empfinde ich das jedenfalls). Daher kann ich dich, denke ich, ganz gut verstehen.

Fühl dich auf jeden Fall ganz feste gedrückt. Und lass dir deine Gefühle nicht absprechen. Du hast die Veränderungen an deinem Körper gespürt, dann waren sie auch da und du musstest diesen Verlust erleiden. Was zählt da schon ein "Beweis".

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