#1

Fehlgeburt

in Ich bin einfach sehr traurig und möchte reden 27.09.2020 00:04
von Amina • 8 Beiträge | 8 Punkte

Ich hatte anfang August eine Fehlgeburt in der 6ssw.

Hallo, ich bin Amina und 21 Jahre alt. Für manche ist das sehr jung um Mutter zu werden jedoch wars ein sehr großer Wunsch von mir und meinem Mann.

Ich frage mich wie andere einfach mit dem Thema Fehlgeburt und der damit verbundenen Trauer umgehen.

Ich selbst sehe bei sovielen kein Verständnis für die Trauer die man einfach hat, vorallem wenn man ein Kind so früh verliert. Man bekommt oft Sprüche zu hören wie „du bist ja noch jung“ „es sollte so sein“ „andere hatten auch Fehlgeburten“ „ach du wirst bestimmt wieder schwanger“ „ es war ja noch kein richtiges Kind“ und und und...

Für Leute die nicht Betroffen sind, sind das vielleicht aufmunternde Worte, aber für eine Frau, die schon die Tage gezählt hat bis sie ihr kleines Wunder in den Armen halten kann, sind diese Worte wie Messerstiche.


Vorallem ist das schlimmste, wenn man versucht wieder schwanger zu werden und es nicht klappt.

Zu meiner Geschichte:

Ich habe eine lange chaotische Familiengeschichte und einen tollen Mann gefunden, leider wohnt dieser nicht bei mir. Ich und er müssen damit leben vorerst alle 3 Monate getrennt zu sein.
Es hatte auf Anhieb geklappt mit der Schwangerschaft und hatte im Juli einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand.
Die Freude war riesengroß, jedoch folgte auf die Freude Angst, da meine erste Kontrolle erst ab der 8ssw erfolgen sollte, da mein FA der Meinung war, dass es ja davor zu früh wäre und man nichts sehen könnte.
Es war ein Fehler auf diesen Arzt zu hören.
Denn ich bekam Probleme wie Schmierblutungen, die einfach ignoriert und als normal abgetan wurden.
Mein Arzt wollte mich trotzdem nicht untersuchen.
Nun kam es am 01. August zu stärkeren Blutungen und schmerzen im Unteren Rücken.
Ich wusste es ist vorbei aber ich wollte es auch nicht glauben und hatte nich Hoffnungen, dass der Wurm in meinem Bauch ist.

Also fuhr ich ins Krankenhaus und die Ärztin untersuchte mich.
Sie war geschockt über das Fehlende Ultraschall und einen Bluttest.
Im Ultraschall sah man den kleinen Wurm von 47mm eingebettet in seiner kleinen Fruchhöhle. Nur beim Blick auf meinen Eileiter sah man freie Flüssigkeit und es kam immer mehr Blut.
Es war vorbei...
Und der Verdacht lag auf einer Eileiterschwangerschaft, da es kein vergleichsbild gab.

Also wurde ich Notoperiert und bekam eine Ausschabung, da das Würmchen am abgehen war.

Ich sah das kleine zum ersten und letzten Mal.

Mir ging es so dreckig nach der Op.

Ich hatte schmerzen, konnte mich kaum bewegen und das schlimmste mein Baby war weg.

Die Narben erinnern mich tagtäglich an das ganze, was passiert ist.

Und die Op war überflüssig, denn sie fanden nichts ungewöhnliches im Bauchraum.

Und die Ausschabung bereue ich, ich habe das Gefühl die Ärzte haben mir meine Schwangerschaft und das Ende weggenommen.

Nicht wegen dem Kind sondern, weil ich es nicht selbst ausgeblutet habe.

Es war weg, die Blutung, das Kind und auf schnelle Weise meine Hormone.

Es tat sooo weh und niemand zeigte Verständnis.

Die Floskeln die man hörte gab es nur einen oder zwei Tage und man stand alleine da.

Ich habs versucht mit dem wieder schwanger werden, aber es hat nicht geklappt.

Mein Mann ist nun wieder zurück in seiner Heimat.

Und ich weiß nicht wohin mit der Trauer und er Realität, die mich wieder einnimmt.

Wie waren eure Erfahrungen mit eurer Fehlgeburt?

Es würde mich freuen eure Geschichten zu hören und eure Tipps, wie man am besten mit dem ganzen umgeht.

Ich hoffe für jeden von euch und wünsche es jedem von euch, dass es so schnell wie möglichst wieder klappt mit der SS und diese dann erfolgreich ist.

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#2

RE: Fehlgeburt

in Ich bin einfach sehr traurig und möchte reden 27.09.2020 06:52
von Susanne • 4.613 Beiträge | 4631 Punkte

Hallo Amina, mein Mitgefühl für Deinen Verlust, ich habe auch das Gefühl, dass der Umgang mit der Fehlgeburt von ärztlicher Seite nicht gut geglückt ist und die Ärzte im Kh etwas "übermotiviert" waren. Ich hoffe, du kommst gut über das Trauma hinweg. Viele Geschichte findest du zum Nachlesen in diesem Thread. Alles Gute!

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#3

RE: Fehlgeburt

in Ich bin einfach sehr traurig und möchte reden 27.09.2020 08:52
von Steffi-3009 • 676 Beiträge | 685 Punkte

Liebe Amina,
es tut mir leid, dass auch du das erleben musstest. Deine Erfahrung gleicht sehr der meinen - denn im Juni lag bei mir auch der verdacht auf eileiter-ssw vor, ich wurde operiert und es hat sich nicht bestätigt.
Allerdings wurde der hcg fast jeden tag geprüft, sodass man wirklich sicher sagen konnte, dass ich mich wieder gerade mitten in einer fehlgeburt befinde.
Ich kann gut nachempfinden wie es dir damit geht. Und diese sätze trösten einen nicht, denn man ist ja trotzdem traurig über das, was passiert ist. Egal wie weit und wie alt man ist, die trauer ist da. Und ich wünsche mir für dich, dass es dir bald besser geht. Darüber reden hilft mir immernoch sehr viel, mit Menschen die feinfühlig sind. Abschiednehmen in form von brief oder ähnlichem hat mir auch geholfen. Vielleicht wäre das ja auch was für dich? Das forum hat mir auch sehr viel Kraft gegeben, denn die tollen frauen hier haben mich quasi durch die 2. Fehlgeburt begleitet und mich unterstützt.
Ich wünsche dir alles liebe und eine baldige schöne Schwangerschaft 🍀❤

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#4

RE: Fehlgeburt

in Ich bin einfach sehr traurig und möchte reden 27.09.2020 11:57
von Amina • 8 Beiträge | 8 Punkte

Ich danke euch für eure lieben Worte und wünsche euch das beste.

Ich glaube man findet mehr Verständnis und Trost bei Leuten, die selbes durchgemacht haben.
Ich bin froh auf dieses Forum gestoßen zu sein❤️

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#5

RE: Fehlgeburt

in Ich bin einfach sehr traurig und möchte reden 28.09.2020 21:33
von Maria
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Hallo Amina,
Dein Verlust tut mir sehr leid.
Ich habe erst vor wenigen Tagen eine Ausschabung nach einer "verhaltene Fehlgeburt" durchlebt und stecke mitten in der Trauer. Auf Verständnis im privaten Umfeld treffe ich nur bedingt. "Es war doch erst die 10 Woche" "Es sollte eben nicht sein" usw.. Mich macht das im Moment sehr wütend.
Jeder darf trauern solange und so viel er will. Immerhin war es dein Baby und du hattest eine Verbindung und Mutter Gefühle. Sowas kann man nicht einfach vergessen. Ich denke aber du hast recht, am besten wird man von Menschen verstanden die soetwas selbst durchlebt haben.
Ich habe zum Glück eine liebe Frauenärztin die mir viel zuspruch gab und ich hab glücklicherweise 3 Ultraschallbilder. Ich habe eine Box gebastelt dort sind die Bilder drin. Außerdem schreibe ich ein Tagebuch was speziell für mein Baby ist. Da mein Vater leider auch schon verstorben ist habe ich auf seinem Grab ein Andenken für mein krümelchen errichtet. Irgendwie tröstet mich die Vorstellung das mein Papa im Himmel auf das Kleine aufpasst. Ich wünsche dir viel Kraft und das du noch einen Weg findest deinen Verlust zu verarbeiten. Alles Liebe für dich.❤️

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#6

RE: Fehlgeburt

in Ich bin einfach sehr traurig und möchte reden 28.09.2020 23:21
von Amina • 8 Beiträge | 8 Punkte

Liebe Maria,
Das tut mir Leid, dass du auch eine Fehlgeburt erleiden musstest.
Vorallem wenn es so frisch ist kann man es kaum begreifen und man hat das Gefühl es wurde einem alles genommen, weil man sich selbst schon mit dem Kind auf dem Arm vorgestellt hat.
Diejenigen die sowas nicht erlebt haben haben es einfach schwer einen zu verstehen.
Ich hab von dem einen Ultraschallbild auf Nachfrage leider nur eine Kopie bekommen.
Ich finde es schade, dass Ärzte sehr schnell eine Ausschabung durchführen. Letztendlich hätte man sich anders verabschieden können.
Das Bild ist zumindestens ein kleiner Trost und wird hoffentlich in einem Familienalbum seinen Platz finden.
Unsere kleinen Sternchen werden immer einen Platz in unserem Herzen haben.
Und das werden auch nur wir nachempfinden können.
Ich wünsche dir auch alles liebe❤️

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