#1

Ninas Geschichte

in Eure Geschichte 31.08.2020 08:11
von Susanne • 4.613 Beiträge | 4631 Punkte

Ersteinmal an alle, die den gleichen Schmerz fühlen... Niemand wird uns je verstehen. Ich drücke alle mein Mitgefühl aus. Lasst euch ganz fest drücken.

Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Vielleicht versteht ihr mich und könnt mir helfen...

Es ist November 2019. Ich gingzum Arzt weil ich einen positiven Test hatte. Die Feude war groß, denn ich war in der 5. SSW. Alle freuten sich riesig auf das Baby. Als ich dann in der 9. SSW zum Arzt ging sagte der Arzt zu mir: es tut mir so leid, das Herz des Babys schlägt nicht mehr. Ich stand direkt unter Schock, weinte und stellte tausend Fragen. Ich musste zur Ausschabung in die Klinik, den Termin bekam ich erst 3 Wochen später. Doch auch bei der Untersuchung immer noch kein Herzschlag. Ich weinte die ganze Zeit, konnte mich sich nach der OP nicht beruhigen. Mitlerweile hatten wir Anfang März und es tat noch immer weh, wenn ich andere Mütter mit einem Baby oder einem Babybauch sah. Dann Anfang Juni 2020. Der Arzt stellte fest, dass ich wieder Schwanger war. Ich hatte solche Angst, dass meinem Baby etwas passiert. Zu jedem Termin ging ich mit si viel Angst. 4 Wochen später wieder alles in Ordnung. 9. SSW. Zur 12.SSW wieder alles ok mit dem Baby. Ich war so glücklich. Ich hatte gelegentlich eine Entzündung in der Gebärmutter. Der Arzt meinte es wäre nicht weiter schlimm. Er verschrieb mir ein Antibiotikum und alles sollte gut werden. Doch schon 4 Tage später begann die Hölle. 18.08.20200. Morgens: ich habe Kreislaufprobleme, kann nicht aufstehen, mir ist kalt. Gegen 11.30 Uhr: ich gehe zur Toilette und stelle fest, dass ich etwas Schmierblutungen. Ich rufe meinen Frauenarzt an, der ist schon zum Mittag und kommt erst gegen 14 Uhr zurück. 14 Uhr rufe ich erneut den Arzt an. Dieser sagt mir ich solle umgehend ins Krankenhaus. Ich bin alleine, niemand kann mich fahren. Ich rufe den Notruf, ich warte auf den Krankenwagen. In diesem Moment bekomme ich einen Blasensprung. Ich gerate in Panik. Der Krankenwagen trifft ein. Sie bringen mich direkt ins Krankenhaus. Ich habe über 40 Grad Fieber, werde Ohnmächtig. Ich werde wach in der Notaufnahme. Eine Ärztin untersucht mich und bestätigt den Blasensprung. Wegen meinem Fieber muss ich auf sie Isolation (wegen Corona) solange ein negativer Test auf Corona vorliegt. Ich bin alleine, die Ärztin sagt sie kann nichts mehr für mein Baby tun aber ich brauche dringend Antibiotikum und etwas gegen das Fieber. Mein Baby sagt sie, wird sterben weil es kaum.noch Fruchtwasser hat. ICh bin total weggetreten, realisiere nicht was mt gesagt wird.
Erst am nächsten Tag bei der Visite realisiere ich was hier passiert. Immer wieder frage ich nach meinem.Baby doch die Ärzte können nichts tun. Ich muss warten bis ich zur Ausschabung kann. Dies geht aber erst wenn mein Baby nicht mehr lebt. 3 lange Tage vergehen. Mein Baby lebt noch immer. Ich möchte sterben, ich ertrage es nicht, zu warten, dass mein Baby stirbt. 17 Uhr am 20.08.2020. Ich werde erneut Untersucht, doch mein Baby lebt noch immer und kämpft. Gegen 18 Uhr: ich bekomme Wehen, rufe einen Arzt. Doch niemand kommt. 19.30 Uhr: ich gehe zur Toilette, ich muss Wasser lassen und plötzlich kommt mein Baby. Er fällt in die Toilette. Ich bin panisch, rufe die Schwester. Sie ruft sofort den Arzt. Ich muss zum Ultraschall.. Doch ich kann nicht aufstehen. Ich stehe noch immer unter Schock vor der Toilette. Der Arzt spült alles was in der Toilette ist weg. Vor meinen Augen. SIe bringen mich zum.Ultraschall, dort bestätigt sich, das ich mein Baby entbunden habe. Ich muss sofort in den OP, ich blute stark. 23 Uhr: ich werde wach, war schon im OP. Ich weine, kann es nicht glauben.... Jetzt soll alles vorbei sein? Die Bilder vergesse ich nicht. Seitdem habe ich Alpträume, schlafe schlecht und ertrage keine Nähe. Weder von meinem Mann, noch von meinen 2 Kindern (8 & 4).
Ich frage mich immer wieder nach dem "warum". Ich hoffe mit meiner Geschichte Rat von euch zu bekommen. Ich muss doch für meine Kinder da sein und für meinen Mann?! Ich fühle mich so missverstanden von allen.

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#2

RE: Ninas Geschichte

in Eure Geschichte 31.08.2020 08:20
von Susanne • 4.613 Beiträge | 4631 Punkte

Liebe Nina, herzlich willkommen und fühl Dich fest gedrückt. Ein Alptraum... Als ich Deine Geschichte las, entfuhr mir beim Punkt mit der Toilettenspülung ein entsetztes: "Oh nein!!" Unfassbar, das tut mir so, so leid...
Ich befürchte Dir ist eine unentdeckte, unbehandelte Infektion zum Verhängnis geworden Stichpunkt "Plasmazellen". Eine Userin hatte das gleiche Schicksal, in der 19.Woche. Auch sie hatte eine unentdeckte Infektion bzw. Plasmazellen in der Schleim Haut, die zu einer vorzeitigen Geburt geführt haben. Vielleicht magst Du sie anschreiben?

Ich kann Deine derzeitigen Gefühle total nachvollziehen, ich habe auch alle von mir gestoßen, wollte am liebsten alleine sein und trauern. Und das ist OK! Nimm Dir diese Auszeit, wenn Du es brauchst. Es ist noch so frisch. Und ich weiss, mit der Zeit, wird sich der Zustand verändern. Du hast einen Menschen verloren, sei er noch so klein, Du darfst trauern und Abschied nehmen. Das ist auch ein Punkt, den ich Dir ans Herz legen würde. Vielleicht magst Du, da du Euer Kind nicht beerdigen kannst, eine symbolische Verabschiedung begehen? Sei es in Form eines Briefs, eines gepflanzten Baums, einer rituellen Beerdigung, steigender Luftballons mit Brief oder Flaschenpost, ein Bild oder ähnlichem. Gib da alle Deine Gefühle rein und lebe Wut, Trauer, Verzweifelung, Ohnmacht aus.
Fühl Dich gedrückt, Susanne


zuletzt bearbeitet 31.08.2020 20:49 | nach oben springen

#3

RE: Ninas Geschichte

in Eure Geschichte 31.08.2020 08:45
von Saranda • 313 Beiträge | 313 Punkte

Nina, wie schrecklich... Ich bin ganz betroffen, wie es dir ergangen ist. Ganz viel Kraft für dich!


Sternchen 12 SSW am 15.03.20
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#4

RE: Ninas Geschichte

in Eure Geschichte 31.08.2020 10:41
von Bella24 • 25 Beiträge | 25 Punkte

Hallo Nina,

Deine Geschichte tut mir so schrecklich leid. Was muss das für ein Alptraum gewesen sein.
Ganz viel Kraft für dich!
Die Frage nach dem Warum, wird bestimmt immer bleiben. Ich befürchte, darauf bekommt man selten eine Antwort. Aber es wird nicht an dir gelegen haben. Das solltest du wissen.
Nimm dir die Zeit die du brauchst, auch wenn das Zeit nur für dich alleine ist.

Alles Liebe

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#5

RE: Ninas Geschichte

in Eure Geschichte 07.09.2020 10:11
von Tali • 61 Beiträge | 62 Punkte

Hallo Nina,

es tut mir so unendlich Leid, deine Geschichte ist der blanke Horror - ich schließe mich den anderen an. Wenn du es nicht alleine schaffst, nimm dir bitte professionelle Unterstützung - du musst da nicht alleine durch!

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