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Unser geliebtes Regenbogenbaby 🌈

in Mutmach-Posts von Müttern mit Regenbogenbabys 07.12.2020 10:54
von Niesi85 • 648 Beiträge | 662 Punkte

Hallo ihr Lieben,

auch ich möchte euch meine Geschichte erzählen und euch Mut machen, durchzuhalten und optimistisch nach vorne zu schauen.

Nach fast 17 Jahren hormoneller Verhütung bin ich direkt im ersten Übungszyklus schwanger geworden. Am 14.02.19 hatte ich das letzte mal meine Mens. Ein schönes Datum, wenn man bedenkt, dass es rechnerisch ja der erste Tag der Schwangerschaft war.
Mein hcg-Wert lag anfangs auch schon sehr hoch, bei 8+1 hatten wir den ersten US: das Herzchen schlug und das Würmchen war auf den Tag genau zeitgerecht entwickelt.
Bei 13+0 hatten wir den 2. Termin. Für den Abend hatten wir die Schwiegereltern eingeladen, um die frohe Botschaft zu verkünden.

Nun ja, dann kam alles anders. Das Herzchen schlug nicht mehr und anhand der Größe konnte man sehen, dass sich das Würmchen seit dem 1. US kaum weiterentwickelt hat. Ich bekam also direkt eine Überweisung zur AS und verbrachte den restlichen Tag in der Uniklinik. Die AS erfolgte wenige Tage später und eigentlich haben wir das alles gut weggesteckt. War uns doch von Anfang an bewusst, dass in den ersten Wochen vieles schief gehen kann. Dass es uns dann tatsächlich getroffen hat, davon geht man natürlich trotzdem nicht aus.
Blöd war, dass ich dann noch ein 2. mal zur AS musste, denn es sind Gewebereste aufgetaucht, die trotz Nachhelfen nicht abgehen wollten. Der zweite Eingriff hat mir dann seelisch doch mehr zu schaffen gemacht als der erste. Aber auch das habe ich gut überstanden. Für mich war die AS definitiv der richtige Weg. Allein der Gedanke, bereits seit fünf Wochen mein totes Baby in mir zu tragen, war unerträglich. Warten auf einen natürlichen Abgang wollte ich keinesfalls. Da mein HCG auch noch total hoch war, hätte das vermutlich noch ewig gedauert und so ganz ungefährlich ist es ja dann auch nicht.

Nun begann das große Warten.
Wann kommt die Mens?
Wann werde ich wieder schwanger?
Werde ich überhaupt noch mal schwanger?
Was, wenn es wieder eine FG wird?
Was, wenn wir nie ein Baby haben und nie eine Familie sein werden?

Nach ganzen 65 Tagen kam dann endlich die Mens und mein Zyklus war direkt wieder bilderbuchmäßig. Immerhin etwas. Die Blutungen waren jedoch kürzer und schwächer als früher und ich dachte mir: so wirst du nie schwanger.
Drei Monate später konnte ich dann aber doch wieder positiv testen und an dem Tag, an dem ich eigentlich in Mutterschutz gegangen wäre, hatte ich einen Vorsorgetermin beim Gyn und konnte direkt von der Schwangerschaft berichten. Ich war erst bei ES+10, also sehr früh dran. Ich sollte dann in 3 Wochen zum 1. US wiederkommen.
7+0, der 1. US stand an. Das Herzchen schlug, zeitgerechte Entwicklung. Ich war erleichtert und gleichzeitig sehr ängstlich. Ich durfte nun erstmal im 3-Wochen-Abstand kommen und jedes Mal war mir mega schlecht vor Aufregung. Der Embryo war aber immer zeitgerecht entwickelt, aber die Angst war mein ständiger Begleiter.
Anzeichen hatte ich keine...genauso wie beim ersten Mal. Aber wie heißt es so schön: das hat nichts zu bedeuten!
Und so war es auch. Diesmal ging alles gut. Wir haben uns für einen DNA-Test entschieden und wussten so schon in der 14.SSW sicher, dass wir einen Jungen erwarten. Da es auch keinerlei Chromosomenabweichung gab, konnte ich das erste mal etwas entspannen. An Weihnachten 2019, in der 15.SSW, haben wir es dann unseren Eltern erzählt. Alle waren zu Tränen gerührt.

In der 22. SSW hatten wir dann einen Termin zur Feindiagnostik - ohne besonderen Grund, sondern nur auf meinen Wunsch hin. Es war alles so wie es sein sollte. Direkt im Anschluss an den Termin haben wir dann das Kinderzimmer bestellt. Vorher hatte ich noch zu viel Angst etwas zu kaufen. Mittlerweile konnte ich unseren Mini auch schon spüren und ab da konnte ich dann die Schwangerschaft auch wirklich genießen.

Einen kurzen Schock-Moment gab es dann allerdings beim ersten CTG noch mal: ich konnte keine Herztöne hören 😳 Ich habe dann in den Bauch gedrückt und versucht, den Mini zu wecken. Ohne Erfolg, ich hatte seit früh morgens keine Bewegungen mehr gespürt 😩 Dann stellte sich aber heraus, dass ich ja nur am Wehenschreiber hing. Die Herztöne wurden gar nicht aufgezeichnet. Puh 😌 Alles gut!

Der Bauch wuchs, die Bewegungen nahmen zu und trotzdem war es so unwirklich, dass da in mir drin ein kleines Menschlein heranwächst. Selbst unter den Wehen konnte ich mir noch nicht so richtig vorstellen, gleich ein Baby, UNSER Baby, im Arm zu halten.

Am 23.6. hat unser Mini dann das Licht der Welt erblickt. Wir waren und sind unglaublichen glücklich und erfreuen uns tagtäglich an unserem Sonnenschein ☀️
Er ist jetzt 5,5 Monate alt und eigentlich total pflegeleicht. Er lacht viel und alle sind immer ganz hin und weg von ihm.


Ihr seht, auch wenn man dieses traurige Erlebnis einer FG durchstehen musste, kann es direkt im 2. Anlauf gut ausgehen. Man darf einfach die Hoffnung und den Glauben an einen guten Ausgang nicht verlieren. Denn auch, wenn man in Foren wie diesem hier schnell den Eindruck bekommt, dass die meisten Schwangerschaften in FG enden, nimm doch der Großteil aller Schwangerschaften ein gutes Ende.
Man darf nämlich nicht vergessen, dass sich hier fast ausschließlich Frauen tummeln, die traurige Erlebnisse hinter sich haben.

An dieser Stelle möchte ich daher auch mal der lieben Susanne danken, die dieses Forum ins Leben gerufen hat, um uns allen hier eine Plattform zu bieten, auf der man sich austauschen, sich gegenseitig trösten, aber auch gegenseitig Mut machen und sich miteinander freuen kann. Danke dafür ❤️

Niesi mit Babyboy auf dem Arm 💙


Niesi mit ⭐️ im ♥️ und 🌈-Babyboy auf dem Arm
zuletzt bearbeitet 07.12.2020 11:11 | nach oben springen


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