#1

Kinderwunsch: Ich möchte planen, er möchte spontan bleiben

in Verschiedenes 21.07.2026 09:17
von Jeka494 • 23 Beiträge | 23 Punkte

Hallo zusammen,

ich würde gerne eure Erfahrungen hören, weil ich gerade etwas hin- und hergerissen bin.

Mein Partner und ich wünschen uns beide ein Kind. nach der FG ist der Wunsch bei beiden noch größer geworden.
Das ist grundsätzlich keine Frage. Trotzdem merken wir, dass das Thema bei uns unterschiedlich mit Druck verbunden ist.

Für mich ist es naheliegend, den Zyklus im Blick zu behalten und die fruchtbaren Tage zu nutzen. Nicht im Sinne von "alles muss nach Plan laufen", sondern weil ich mir denke, wenn wir beide ein Kind möchten, warum sollten wir diese Chance nicht nutzen?

Mein Partner sieht das etwas anders. Er hat mir offen gesagt, dass er sich unter Druck gesetzt fühlt, sobald es um den richtigen Zeitpunkt geht. Er möchte nicht das Gefühl haben, nur "funktionieren" oder auf Knopfdruck Sex haben zu müssen. Dadurch sinkt bei ihm verständlicherweise auch die Lust.

Ich kann seine Gefühle gut nachvollziehen und möchte auf keinen Fall Druck ausüben oder unsere Leidenschaft verlieren. Deshalb habe ich schon versucht, das Thema weniger anzusprechen und die Ovulationstests für mich zu machen. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass er das Thema von sich aus immer wieder aufbringt. Er hat selbst gesagt, dass er sich untersuchen lassen würde, falls es nicht klappt, und sogar eine Kinderwunschklinik angesprochen. Dann möchte er doch bei den Ovulationstests / Schwangerschaftstest dabei sein. Dann gibt es aber wiederum Tage, an denen er gar nichts davon hören möchte.

Genau das verunsichert mich. Einerseits habe ich das Gefühl, dass wir beide dasselbe Ziel haben. Andererseits weiß ich oft nicht, wie ich mich verhalten soll. Spreche ich das Thema an, fühlt er sich manchmal unter Druck. Spreche ich es nicht an, habe ich Angst, Chancen zu verpassen oder das Thema komplett aus den Augen zu verlieren.

Wir sind aktuell im 5. ÜZ. Bisher haben wir die fruchtbaren Tage mal besser, mal schlechter getroffen – leider hatten wir bisher noch nicht das Glück.

Für den aktuellen Zyklus habe ich vorgeschlagen, es einmal so zu machen, wie ich es mir wünsche: Basaltemperatur messen, Ovulationstests nutzen und an den fruchtbaren Tagen bewusst miteinander schlafen – ohne Ausreden. Das hat bisher auch gut funktioniert, und der Eisprung sollte gestern oder heute gewesen sein.

Für die nächsten Monate möchten wir es aber etwas entspannter angehen. Wir werden die fruchtbare Phase zwar weiterhin im Blick behalten, aber uns von dem Gedanken „Wir müssen jetzt“ etwas lösen. Ich möchte nicht, dass er sich immer stärker unter Druck gesetzt fühlt und irgendwann komplett dichtmacht oder die Lust auf Sex verliert.

Kennt das jemand von euch? Wie habt ihr einen Mittelweg gefunden, bei dem sich niemand unter Druck gesetzt fühlt, der Kinderwunsch aber trotzdem nicht in den Hintergrund rückt?
Mich würden eure Erfahrungen und Tipps sehr interessieren.

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#2

RE: Kinderwunsch: Ich möchte planen, er möchte spontan bleiben

in Verschiedenes 21.07.2026 11:59
von Ahoii • 259 Beiträge | 259 Punkte

Liebe Jeka,
das erinnert mich so sehr, an das basteln unseres 1. Kindes. Ich war sooo ungeduldig, weil ich viel früher bereit war mit der Familienplanung als mein Mann. Er wollte noch ein paar Karrieresteps abschließen...als es dann endlich los ging, war ich natürlich schon total auf heißen Kohlen und ab Monat 1 ging es gleich mit Druck los. Und am Ende klappte.es erst an ÜZ12. 🙈

All die Sprüche und Gefühle, wie du sie beschreibst, kommen mir vor, als wäre es erst gestern gewesen. Kaum Freude am zeugen, immer nur Streit am Eisprungtag, als ob mein Körper absichtlich durch gedreht wäre und Streit produzierte,...es war wirklich schlimm. Wir erinnern uns nicht gerne an diese Zeit.

Ich kann dir auch keinem Rat geben..nur sagen, dass ich es so gut kenne und fühle. Und ich denke, dass es diese Situation wirklich sehr oft gibt. Wir Frauen haben die biologische Uhr und stecken im Körper fest.. irgendwann habe ich mir noch auf den Zervixschleim geachtet und dann versucht diese Tage zu nutzen, wenn man alle zwei Tage Geschlechtsverkehr hat, stehen die Chancen sehr gut, habe ich Mal gelesen.

Beim Zeugen unseres 1. Kindes hatten wir tatsächlich am ES Tag Sex, nur das 1 Mal in dem Zyklus, weil wir zu dem Zeitpunkt eine kurze Fernbeziehung führten und an dem Wochenende die letzte Ladung aus der alten Wohnung rüber gebracht haben...müde vom Umzugstag und ich meine schlechter Laune, habe ich trotzdem dann zu meinem Mann gesagt, dass ich ES habe und ob wir es denn nutzen wollen..und er sagte ja...ich habe nie gedacht, dass es klappen würde..und habe die Einnistungsblutung als Beginn der Periode gedeutet..bis ich dann merkte dass die Periode nicht stärker wurde und ich dann schon überfällig einen Test machte, und fast aus allesn Socken fiel.

Manchmal haben wir auch gelacht, dass wir immer am ES Tag Streit hatten, dann haben wir einen kleinen Drink genommen und das lockerte die Stimmung...

Ich finde es gut, dass ihr füreinander Verständnis habt und das gleiche Ziel habt. Vielleicht wechselt ihr euch ab, einen Monat so wie du es willst,und einen Monat ohne Druck und dein Mann soll auf dich zu kommen? Gut ist definitiv, dass du im Grunde ja lockerer angehen möchtest. Von den Hormonen geleitet, fällt und das Frauen leider nicht immer einfach.

zuletzt bearbeitet 21.07.2026 12:00 | nach oben

#3

RE: Kinderwunsch: Ich möchte planen, er möchte spontan bleiben

in Verschiedenes 21.07.2026 13:30
von Jeka494 • 23 Beiträge | 23 Punkte

Hallo Ahoii 😁,

ich bin ja froh, dass ich damit nicht alleine bin.

Wir haben tatsächlich auch genau zu meiner Eisprungzeit oft unsere Zickereien. Ich bin dann viel angespannter und er, denke ich, auch, weil er schon weiß, was auf ihn alles zukommen kann.

Witzigerweise verfolgt er das Ganze ja doch. Er hat sogar den Zugang zu meiner Zyklus-App und sieht selbst, in welcher Phase wir uns gerade befinden. Ich habe auch festgestellt, dass er, wenn ich nichts sage, sogar zur richtigen Zeit von sich aus auf mich zukommt. Also ja, ich sehe schon, dass er sich bemüht und sich mit dem Thema auseinandersetzt.

Aber eben nicht so, wie ich es mir wünschen würde.

Ich denke mir immer: Wenn ich die volle Kontrolle darüber habe, dann muss es doch klappen. Auf der anderen Seite ist mir natürlich auch bewusst, dass die Chancen selbst bei gesunden Paaren pro Zyklus nur bei etwa 20–30 % liegen.

Ach, das ist alles irgendwie ganz komisch.

Ja, wie du schon sagst: Wir Frauen haben einfach mehr Druck, sind hormongetrieben und nicht immer ganz klar im Kopf. Ich habe ja schon fast Angst, den Vorschlag mit dem monatlichen Wechsel anzusprechen, obwohl ich ihn eigentlich gut finde.

Von ihm kommt allerdings auch ganz oft, ich solle mich entspannen, ich würde mich zu sehr stressen und das würde eine Schwangerschaft eher verhindern. Könnte brüllen

Wir sind Ende März schwanger geworden. Das war weder geplant noch sonst irgendwas, und darauf beruft er sich immer:

„Siehst du, damals haben wir uns nicht gestresst und es hat geklappt.“

Ich möchte meine Beziehung auf Dauer ja auch nicht kaputt machen.

Dein Mann hat aber trotzdem alle ÜZ brav mitgemacht?

Du hattest echt Glück mit dem ES – wahrlich ein Wunder.

Ich hoffe einfach, dass es diesen Zyklus bei mir geklappt hat, wo ich gefühlt die volle Kontrolle hatte bzw. habe. 😁

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#4

RE: Kinderwunsch: Ich möchte planen, er möchte spontan bleiben

in Verschiedenes 21.07.2026 13:45
von Jessi22 • 230 Beiträge | 230 Punkte

Puh. Mein Mann hat den druck zwar akzeptiert, aber Spaß war das trotzdem nicht. Wir waren beide genervt. Hatten einfach immer Sex ohne Lust. Es war stressig. Geklappt hatte es als wir statt konkret auf Eisprung zu gehen uns auf alle 2-3 Tage geeinigt haben. Vielleicht wars Zufall, keine Ahnung. Jedenfalls weiß ich wie sehr der Druck nervt…viel Glück!

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#5

RE: Kinderwunsch: Ich möchte planen, er möchte spontan bleiben

in Verschiedenes 21.07.2026 14:11
von Esa • 171 Beiträge | 171 Punkte

Bei uns war das auch alles andere als entspannt, wir hatten aber auch den Zeitdruck, weil die Uhr SEHR laut tickte (ich ü40, mein Mann ü50). Zyklus im Auge behalten war mein Job und ich hab das sehr akribisch gemacht. Er hatte ungefähr die Zeit alle 4 Wochen im Kopf und absprechen mussten wir uns sowieso, weil wir ja ein Kind haben und das schläft bei uns im Bett.
Stressig wars immer wieder und mich hats immer wieder sehr geärgert, wenn wir den "wichtigen" Zeitraum aus verschiedenen Gründen nicht gut getroffen haben. Mein Mann hat irgendwann darum gebeten, nur alle 2-3 Tage, weil es ihn sonst stresst, also haben wir das so gehandhabt. Ich hatte Temperatur und Tests im Auge, hab je Zyklus ungefähr 3-5x "eingeplant" und versucht, das dann zeitlich so zu verteilen. Diese zwei, bzw. mit Unterbrechung gut 3 Jahre Kinderwunschzeit waren echt krass und letztendlich haben dann 2x vor Eisprung ausgereicht, als ich endlich schwanger wurde.
Also einen guten Rat hab ich nicht, versuchen zu akzeptieren, dass es über einen längeren Zeitraum eher nicht total entspannt bleibt, vor allem wenn Zeitdruck aufgrund von Alter oder psychischer Belastung durch unerfüllten Kinderwunsch im Spiel is. Und so gut wie möglich einen Modus finden, der für Beide einigermaßen passt.

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#6

RE: Kinderwunsch: Ich möchte planen, er möchte spontan bleiben

in Verschiedenes 21.07.2026 14:53
von Ahoii • 259 Beiträge | 259 Punkte

Nein, er hat das alles andere als brav mitgemacht. Wie gesagt es gab sehr viel Streit .wir hatten all die Diskussion mit Stress und Druck, keine Lust und Freude mehr, es war mehr Arbeit als Spaß, wo bleibt die Leidenschaft. Man(n) ist mir noch für die Fortpflanzung gut. Aber letztendlich wollten wir beide gerne Kinder haben und so "quälten" wir uns von Zyklus durch Zyklus. Wir haben von denn 12, vielleicht 2-3 lockerer gesehen und nicht unbedingt super genutzt, ansonsten haben wir zumindest versucht die heiße Phase mitzunehmen.

Wenn man dann ein Kind hat, ist es wie Esa schreibt, gefühlt alles nur noch Planung und null romantisch und viel Zeit hat man auch nicht mehr 😅 weil das Kind dann währenddessen wach wird. Wirklich super. Aber auch das ist denke ich total normal, solange die Kinder klein sind. Man muss da als Paar irgendwie durch und darf sich nicht verlieren.

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