#1

Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 30.04.2026 11:03
von Lilo90 • 4 Beiträge | 4 Punkte

Hallo zusammen,

Gerade weiß ich nicht wohin mit mir und meinen Gedanken.
Unsere Kinderwunschreise war von Anfang an nicht einfach.
Ich habe zweieiige Zwillinge, die jetzt zwei Jahre alt sind. Ich bin jeden Tag dankbar für sie. Der Weg zur Schwangerschaft war aber steinig, aufgrund eines ausbleibenden Zyklus (vermutlich durch zu viel Sport) musste ich damals eine Kinderwunschklinik aufsuchen und hormonell stimulieren. Beim 8. Versuch hat es geklappt. Es war unser letzter Versuch, die Ärzte drängten uns schon zu einer künstlichen Befruchtung und jeder erfolglose Versuch schmerzte sehr.
Doch dann war ich schwanger, es lief alles gut und ich war überglücklich. Mir war auch sofort klar, dass ich mir ein drittes Kind wünsche.

Meine Periode bekam ich erst im Oktober wieder, nachdem ich komplett abgestillt habe. Natürlich war da wieder die Angst: was, wenn es wie beim letzten Mal wird? Wir Monat um Monat keinen Erfolg haben und der Schmerz wächst?
Doch schon im zweiten Zyklus war ich schwanger. Wir waren so glücklich. Die ersten Ultraschalltermin waren perfekt, das Baby wuchs gut.
In der 12. SSW ging ich relativ entspannt zum Termin, mit dem Gefühl: jetzt bin ich über den Berg, jetzt kann ich es gleich allen erzählen!
Stattdessen brach meine Welt zusammen und ich blickte im Ultraschall auf unser totes Baby.
Vermutlich war es schon zwei Wochen tot. Ich hatte nichts gemerkt, keinerlei Symptome gehabt, keine Blutungen. Meine Ärztin überwies mich ins Krankenhaus, zwei Tage später war die Ausschabung. Ich ließ es über mich ergehen, konnte mir einen natürlichen Abgang auch nicht vorstellen (was, wenn es passiert während ich mich allein um meine kleinen Kinder kümmere?!).
Aber ich war nicht darauf vorbereitet, wie traumatisierend der Eingriff werden würde. Mit den Tränen kämpfend versank ich in die Vollnarkose, weinend wachte ich wieder auf. Ich vermisste unser Baby so sehr. Der Schmerz war kaum zu ertragen. Nachts wachte ich auf und weinte und weinte.
Mit den Wochen wurde der Schmerz etwas leiser. Und eine neue kleine Hoffnung wuchs heran. Wir wollten nicht aufgeben. Es erneut probieren.
Schon dreieinhalb Wochen nach der Ausschabung bekam ich meine Periode. Und direkt danach wurde ich wieder schwanger.
Diesmal war es keine reine Freude. Sofort war da auch die Angst. Mein ganzer Körper zog sich zusammen, alle Erinnerungen kamen wieder hoch. Manchmal bekam ich vor Angst kaum Luft. Aber ich versuchte positiv zu bleiben. Alles lief "normal". Der SST wurde jeden Tag dunkler. Meine Symptome nahmen zu. In der 8. SSW hatte ich dann den ersten Frauenarzttermin. Ich hatte starke Übelkeit, das gab mir Hoffnung - das ist doch bestimmt ein gutes Zeichen!
Doch dann war da Leere... Eine leere, schwarze Fruchthöhle. Kein Embryo. Kein Herzschlag.
Ich soll in vier Tagen wiederkommen, meinte die Ärztin. Vielleicht hätte ich mich in der Zeit vertan und dann würde man doch was sehen. Doch ich war mir sicher, dass ich mich nicht vertan hatte. Und wieder war da nur Schmerz, wo vorher so viel Hoffnung war.
Ich sprach viel mit meinem Mann, und wollte diesmal bevorzugt einen natürlichen Abgang.
Doch dann kam wieder alles anders. Beim Kontrolltermin war plötzlich freie Flüssigkeit im Bauchraum zu sehen - mit Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft wurde ich ins Krankenhaus geschickt. Plötzlich stand eine Bauchspiegelung im Raum, ich sollte nicht mehr essen und trinken falls gleich operiert werden sollte. Nach Stunden des Wartens gab der Chefarzt dann doch Entwarnung, aber ich hatte plötzlich einen Termin für eine Ausschabung am nächsten Morgen. In dem Moment war ich einfach nur erleichtert wieder zu meinen Kindern heim zu dürfen und nicht in der Lage, sonst irgendwas zu hinterfragen. Doch am nächsten Morgen fühlte sich für mich alles so falsch an. Da lag ich schon wieder auf der OP Liege. Zweieinhalb Monate später... Wieder war alles aus.

Jetzt bin ich nicht mehr schwanger. Wo vorher Hoffnung war, ist jetzt Leere.
Und große Angst: wird es wieder passieren? Kann man so viel Pech haben?
Meine Zwillinge waren doch beide gesund, die Schwangerschaft unauffällig...

Irgendwie müssen wir weitermachen. Da ist immer noch der große Wunsch nach einem dritten, lebenden Kind. Aber auch unendlich viel Angst.

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#2

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 30.04.2026 11:14
von Ahoii • 177 Beiträge | 177 Punkte

Liebe Lilo,
mein Mitgefühl für deinen Verlust.
Hattest du auch über einen medikamentösen Abgang nachgedacht oder wurdest informiert diesbezüglich?
Ich nehme an ihr wurdet damals in der Kinderwunschklinik diagnostisch untersucht oder? Aber vielleicht könntest du dennoch deine Schilddrüse, usw. Kontrollieren lassen?

Bei mir ist es ähnlich gelaufen..wir haben auf natürlichem Weg zwei erfolgreiche Schwangerschaften gehabt und nie im Leben habe ich gedacht dass ich eine MA erleben werde..doch auf dem Weg zum dritten Wunschkind, haben wir nun 2 MAs hintereinander hinter uns, jedoch mit Cytotec eingeleitet, da ich diesen Angst vor der OP hatte und mich genau an das Gefühl erinnern kann, als ich aufgrund von Plazenzaresten nach der 1. Geburt ausgescharbt wurde. Ich brach in Tränen zusammen und wollte dieses Gefühl nie mehr erleben.

Du bist hier nicht alleine. Das tröstet ein wenig, auch wen es dennoch sehr schmerzt.
Ich würde mit deiner Frauenärztin nach den nächsten Schritten sprechen. Ich soll z.B. beim nächsten positiven Test , Progesteron und ASS 100. Auf den positiven Test warten wir noch...

zuletzt bearbeitet 30.04.2026 11:19 | nach oben

#3

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 30.04.2026 11:24
von Lilo90 • 4 Beiträge | 4 Punkte

Danke für deine Antwort!
Meine Schilddrüsenwerte wurden untersucht und sind gut. Weitere Diagnostik wurde nicht gemacht. Laut Ärzten habe ich wohl einfach Pech gehabt. Ob das wirklich so ist, weiß ich natürlich nicht.
Mein Körper konnte die Schwangerschaften offensichtlich gut tragen, ich hatte nie Blutungen, immer eine gut aufgebaute Schleimhaut. Wahrscheinlich war genetisch etwas nicht in Ordnung.

Aber ja, beim Kontrolltermin beim Frauenarzt werde ich sie darauf ansprechen, ob ich nächstes Mal irgendwas anders machen kann.

Alternativen zur OP wurden mir nie angeboten... Laut Ärzten war ich schon so weit und die Blutung wäre viel zu stark gewesen.
Ich hätte trotzdem gern eine Wahl gehabt.

Wie lang versuchst du es jetzt schon?
Ich wünsche dir von Herzen, dass es sich nicht mehr wiederholt!

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#4

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 30.04.2026 11:30
von Katrinn • 148 Beiträge | 148 Punkte

Liebe Lilo, wenn ich deine Zeilen lese, fühle ich den Schmerz wieder, der nach meinen Fehlgeburten so groß war. Es tut mir leid, dass du das gerade durchmachst. Es tut so weh, es gibt so wenig, was hilft und es dauert so lange, bis es besser wird. Aber das wird es bestimmt auch bei dir. Auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.
Ich hatte nach der Geburt unseres gesunden Sohnes die dritte FG. Da war, ähnlich wie bei dir, auch die Frage, ob es sinnvoll ist, Diagnostik zu machen. Wir haben uns dann entschieden, erstmal nur die Gerinnung untersuchen zu lassen, weil das oft vorkommt und man gut was machen kann. Tatsächlich wurde eine Gerinnungsstörung festgestellt und in der folgenden Schwangerschaft habe ich ASS genommen und Heparin gespritzt.
Ob es tatsächlich daran lag, kann niemand sagen, aber diese Schwangerschaft verlief erfolgreich (wenn auch mit viel Angst) und wir dürfen nun 2 Kinder im Arm halten.
Vielleicht brauchst du aber auch erstmal Zeit zum Trauern, bevor du wieder Pläne machst. Mit 2 Kleinkindern ist das schließlich nicht einfach. Vielleicht hilft es dir aber auch, zu planen wie es weitergehen kann. Da ist ja jede anders.
So oder so hoffe ich du hast liebe Menschen um dich und findest Zeit für dich und für die Trauer.
Fühl dich gedrückt!

zuletzt bearbeitet 30.04.2026 11:32 | nach oben

#5

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 30.04.2026 11:51
von Ahoii • 177 Beiträge | 177 Punkte

Wir sind nach der 2 MA, im 2 ÜZ, ist also alles noch nicht so lange her.
Bis zur SSW12 ist ein medikamentöser Abgang eigentlich möglich, auch laut einem deutschen Ärzteblatt. Vieles hängt vom Arzt und der Klinik ab, leider. Ich hoffe sehr du musst es nicht erneut durchmachen. Hoffentlich klappt es bald wieder bei euch, sobald ihr wieder soweit seid.

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#6

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 30.04.2026 15:10
von Susanne • 5.751 Beiträge | 5771 Punkte

Liebe Lilo, herzlich Willkommen und mein Mitgefühl für deine Verluste. In vielen Teilen liest es sich so als ob du eine PTBS hast, die mit der ersten Fehlgeburt und dem anschließenden Verlauf begann. So viel Schrecken, Kontrollverlust, Verlust und Ohnmacht scheint Spuren hinterlassen zu haben. Empfindest du es auch so? Hast du schon mal über eine persönliche Begleitung oder den Besuch von Gruppentreffen dazu nachgedacht?


zuletzt bearbeitet 30.04.2026 15:25 | nach oben

#7

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 01.05.2026 12:48
von Lilo90 • 4 Beiträge | 4 Punkte

Hallo Katrinn,
Vielen Dank für deine Worte!
Ich werde meine Frauenärztin darauf ansprechen, ob es Sinn macht etwas zu untersuchen (wie die Gerinnung). Es passt zwar nicht direkt zu einer windei Schwangerschaft, die ja eher genetisch bedingt ist. Aber andererseits hat man nichts zu verlieren...
Ich weiß auch nicht genau, wie wir jetzt weitermachen. Meine Frauenärztin empfiehlt drei Monate zu warten, der Chefarzt meint, wir könnten sofort wieder probieren.
Ich finde warten unglaublich schwierig. Ich habe das Gefühl, dass die zwei Fehlgeburten den Kinderwunsch noch größer und dringlicher gemacht haben.
Andererseits wäre ein möglicher weiterer Verlust innerhalb so kurzer Zeit auch schwierig zu verkraften. Ich weiß daher auch nicht, was jetzt der richtige Weg ist.
Und ja, natürlich will ich auch für meine Kinder da sein. An ihnen geht meine Traurigkeit nach diesen Verlusten ja auch nicht vorbei.

Es freut mich aber, dass es bei euch noch gut ausging!! Solche Geschichten machen auch Hoffnung.

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#8

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 01.05.2026 12:51
von Lilo90 • 4 Beiträge | 4 Punkte

Hallo Susanne,
Danke für deine Worte.
Über eine Gruppe habe ich schonmal nachgedacht, allerdings ist das organisatorisch schwierig (ich hätte dann gerne meinen Mann dabei,aber wir können unsere Kinder nicht ohne Betreuung lassen).
Ich weiß nicht, wo ich sonst Hilfe finden könnte. Meine Hebamme kannte ich noch nicht persönlich .

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#9

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 01.05.2026 13:08
von Susanne • 5.751 Beiträge | 5771 Punkte

Das Problem verstehe ich mit der Betreuung. Und unter Frauen kommt für dich nicht in Frage?


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#10

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 01.05.2026 13:13
von Katinka_94 • 20 Beiträge | 20 Punkte

Könnte man nicht eine online Zoom Gruppe organisieren aus diesem Forum heraus?

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#11

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 02.05.2026 06:16
von Susanne • 5.751 Beiträge | 5771 Punkte

Hallo liebe Katinka, das ist an sich eine schöne Idee. Den Gedanken hatte ich auch schon einige Male, jedoch hatte ich dann auch immer die ein oder anderen Bedenken, ob ich so etwas organisieren möchte/kann. Vielleicht mache ich mal eine Umfrage dazu, wer Lust hätte auf ein angeleitetes Treffen oder ein Zoom unter Mitgliedern?


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#12

RE: Zwei Fehlgeburten kurz nacheinander...

in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 04.05.2026 16:12
von Ronja • 23 Beiträge | 23 Punkte

Hi Lilo,
Ich kann sowohl deine Angst, als auch deinen Wunsch nach noch einem Kind sehr gut nachvollziehen... Ich hatte auch gerade erst zwei Fehlgeburten schnell hintereinander (nur ein Zyklus dazwischen).
Wir machen jetzt bis Juli/August Pause. Ich könnte es gerade nicht ertragen. Und ganz ehrlich ... Ich genieße es enorm im Moment nicht schwanger zu sein. Auch wenn ich mir dieses Kind so sehr wünsche. Wir ziehen im Juli um und haben gesagt wir versuchen es noch einmal, wenn es wieder ruhiger geworden ist. Bis dahin sind vielleicht auch einige Ergebnisse auf dem Tisch...
Naja jedenfalls kenne ich das Gefühl.
Ich wäre ab einem Zoom Meeting o.ä. auch interessiert.
Drück dir ganz fest die Daumen für die Zukunft!


Your love for them ist still the gift.
Your bleeding heart is where they live.

- Angelmum, Lucas Jones -
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