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Drei Wunschkinder - positive Geburt unseres Regenbogens

in Mutmachgeschichten von Müttern mit Regenbogenbabys 06.04.2026 08:59
von Lagenodelphis • 251 Beiträge | 251 Punkte

Wir hatten eine wunderbar unkomplizierte erste Schwangerschaft und Geburt mit unserer Tochter, die im Sommer 2023 auf die Welt kam. Im Herbst 2024 testete ich wieder positiv, wie bei unserer Tochter schon beim ersten Versuch. Wir konnten unser Glück kaum fassen, es war einfach perfekt mit meiner Karenz und dem Altersabstand, so wie wir uns es gewünscht hatten. Leider hatte ich eine Missed Abortion im Dezember. Unser kleines Baby hat sich nur bis 8+5 entwickelt und 1-2 Wochen später hatte ich eine medikamentös eingeleitete Fehlgeburt. Die Zeit war wirklich grauenvoll, meine Großmutter war zeitgleich schwer krank und starb eine Woche nach der Geburt unseres Sternchens. Von unserer Geschichte wusste fast niemand, das wäre zu viel für alle gewesen.

Wir probierten es im folgenden Zyklus wieder, leider klappte es nicht sofort. Im April war Sternchens Begräbnis, eine vom Krankenhaus organisierte Sammelbestattung. Genau an diesem Tag war auch der Eisprung (ich nutzte Ovulationstests), der dann zur Schwangerschaft mit unserem Regenbogenbaby führte. Unseren Familien erzählten wir erst in der 13. SSW davon und einige Wochen später erst vom Sternchen. Mittlerweile konnte ich schon von ihm erzählen fast ohne zu weinen.
Ich war die gesamte Schwangerschaft extrem nervös und machte mir ständig Sorgen. Hohe HCG-Werte (die die Ärztin nicht beunruhigten), keine oder nur wenige Schwangerschaftssymptome. Ich dachte es wird besser wenn ich über das erste Trimester drüber bin, aber die Nervosität blieb bis zum Schluss. Später als ich seine Bewegungen regelmäßig spürte hatte ich Angst, sobald er mal etwas länger schlief, dann überhaupt nicht rational die Angst vor einem vorzeitigen Blasensprung oder vor zu früh einsetzenden Wehen. Ich hatte schon 6 Wochen vorm ET regelmäßige Wehen, oft über Stunden. Schlussendlich ging der ET Mitte Jänner ereignislos vorbei, der Kleine hatte es wohl sehr gemütlich. Eine Woche nach dem ET wurde ich dann eingeleitet, da der Krümel recht groß geschätzt wurde und ich eher klein bin. Zwei Eipollösungen hatten leider nix gebracht obwohl der MM schon bei 2-3cm war und wir haben wirklich alle Tricks probiert, die man so probieren kann 😉

Die Einleitung (mit Angusta) war wirklich unproblematisch, obwohl ich ziemlichen Respekt davor hatte. In der Früh um halb 8 bekam ich die ersten Tabletten, direkt danach wurden die Wehen schon intensiver. Er brauchte wirklich nur einen kleinen Schubser. Der MM war da schon bei 4cm, ich voll optimistisch. Vier Stunden später bekam ich die nächste Dosis, mehr brauchten wir dann nicht mehr. Ich war dann ab Mittag in der Wanne, wo die Wehen schon sehr intensiv aber gut auszuhalten waren. Richtige Schmerzen verspürte ich nicht, es war eher sehr unangenehm und anstrengend. Gegen halb 5 hatte ich "keinen Bock" mehr und bat die Hebamme mal zu checken, wo wir stehen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich das nicht mehr lang so mitmachen möchte. Nachträglich weiß ich, dass das die berüchtigte Übergangsphase war. Ich war erst bei 6cm, was mich sehr frustrierte. Ich entschied dann, aus der Wanne raus zu gehen um mich mithilfe von Lachgas etwas erholen zu können. Außerdem bekam ich Buscopan, damit der Muttermund besser aufgeht. Außerhalb der Wanne waren die Wehen für mich viel fordernder, aber mit Lachgas war ich weiterhin schmerzfrei. Um 17:00 platzte die Fruchtblase und plötzlich veränderte sich die ganze Situation. Ich hatte sofort extreme Presswehen, durfte auch richtig mitarbeiten. Die Phase war wirklich die beste. Ich war etwas benebelt vom Lachgas, das ich weiterhin verwendete, konnte aber alle Anweisungen der Hebamme gut befolgen und richtig ordentlich mitarbeiten. 10 Minuten nach dem Platzen der Fruchtblase kam unser kleiner Junge auf die Welt. Ihm gings zum Schluss wohl auch etwas zu schnell, er war etwas schlapp und wurde schnell abgenabelt und ganz kurz in den Reha-Raum rüber gebracht (der war direkt daneben und ich hatte sogar Sicht auf ihn). Mein Mann war bei ihm und ich machte mir komischerweise ab da überhaupt keine Sorgen mehr. Das frühe Abnabeln war zwar nicht was ich wollte, aber in dem Moment und auch jetzt noch voll OK für mich, es war ja zu seinem Besten. Er begann dann sofort zu schreien und sie brachten ihn gleich wieder zu mir zurück. Wir durften über eine Stunde gemütlich kuscheln bevor sie ihn gemessen und gewogen haben und er hat schnell angefangen zu trinken. Unser Krümel wog über 4kg und war 55cm lang. Er ist mittlerweile fast drei Monate alt und ein richtig entspanntes Baby. Wir sind wahnsinnig froh, dass es ihm gut geht und alles so unproblematisch verlief. Durch die ganzen Geschichten die ich nun kenne hatte ich mehr Sorgen, vielleicht macht unsere ja der ein oder anderen Mut 😊

Ich rede inzwischen ganz offen über unser Sternchen. Es macht mich noch immer traurig darüber zu sprechen, aber es fällt mir nicht mehr so schwer. Unser Regenbogenbabyjunge ist kein Ersatz fürs Sternchen, aber ohne dieses würde er nicht existieren. Unsere Familie ist nun komplett, mit drei statt zwei Kindern. ☀️💫🌈

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