Das Siebte halte ich endlich im Arm
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Das Siebte halte ich endlich im Arm
in Mutmachgeschichten von Müttern mit Regenbogenbabys 07.02.2026 19:06von Emes • 148 Beiträge | 148 Punkte
Von unserem aktiven Wunsch nach einem Kind und der Geburt unseres Regenbogens vergingen insgesamt vier Jahre und drei Monate. In dieser Zeit hat mir dieses Forum immer wieder Mut gemacht, vielleicht kann ich mit unserer Geschichte nun ein wenig zurückgeben.
2021, Herbst: Mit dem aktiven Kinderwunsch wurde bei mir ein Myom entdeckt, das leider sehr schnell größer wurde.
2022, Februar: Entfernung des Myoms durch eine Bauchspiegelung, danach 6 Monate Pause vom Kinderwunsch
2022, November: Positiver Test mit dem vierten Übungszyklus, leider MA in der 9.SSW
2023, Januar: Check der Blutgerinnung, Diagnose: Antiphospholipidsyndrom. Beim nächsten positiven Test soll ich Heparin spritzen und ASS nehmen- wir sind zuversichtlich.
2023, April: Wieder positiver Test, Abgang zwei Wochen später. Wir Bleiben zuversichtlich.
2023,September: Wieder positiver Test, Abgang 2 Wochen später.
Ich bekomme eine Überweisung zur Kinderwunschklinik zur weiteren Diagnostik. Man findet ein paar erhöhte Plasmazellen, es gibt Antibiotikum, danach ist die Entzündung weg. Wir schöpfen Hoffnung. Kurz darauf erhalten wir die Ergebnisse der genetischen Untersuchung, die uns erstmal etwas Boden unter den Füßen wegziehen: Ich habe eine balancierte Translokation. Sprich: Die Hälfte meiner Eizellen haben einen fehlerhaften Chromosomensatz, so dass ich jedes Mal eine fünfzig prozentige Chance habe, wieder eine Fehlgeburt zu erleiden. Die Genetikerin macht uns gleichzeitig aber auch Hoffnung, sie kenne kein Paar, das nicht am Ende doch noch ein gesundes Kind bekommen habe. Wir müssten nur eben abwägen, ob wir ggf. weitere Fehlgeburten in Kauf nehmen können. Wir konnten.
August 2024: MA nach Herzschlag in der 10. Woche
Dezember 2024: Abgang in der 7. Woche
Februar 2025: Biochemische Schwangerschaft
Mai 2025: Positiv getestet, das war unser Regenbogen.🌈 Geburt im Januar 2026.
In den ganzen Jahren haben wir beide viele Tränen vergossen. Mehrfach fand ich die Welt ungerecht. Zugleich haben wir uns viel mit der Möglichkeit eines kinderfreien Lebens auseinandergesetzt, das hat uns auch immer wieder Mut gemacht. Wir haben versucht unseren Kinderwunsch zu verfolgen, ohne unser Leben komplett danach auszurichten. Das klappte mal besser und mal schlechter.
Mir hat es sehr geholfen irgendwann zu wissen, woran es liegt. So ungerecht und ausweglos die Translokation erstmal schien, so wusste ich mit dieser Diagnose aber auch, dass die Kinder niemals lebensfähig gewesen wären. Das half mir in der Verarbeitung sehr. Für jedes Sternchen machten wir ein Abschiedsritual am Rhein. Auch das tat gut. Noch heute gehe ich gerne zu der Stelle um mich kurz mit ihnen zu verbinden.
Noch immer kann ich nicht glauben, dass die letzte Schwangerschaft nun doch noch zu einem Kind geführt hat, das hier nun gerade in meine Armen liegt. Die gesamte Schwangerschaft hatte ich Ängste, dass doch noch etwas passiert, so bin ich auch in die Geburt gegangen. Und auch jetzt sind meine Ängste noch präsent, wenn sie mich auch nicht im Griff haben. Sie gehören eben dazu.
Zugleich bin ich unendlich dankbar 🌈
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