Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
|
|
Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 11.08.2025 20:36von Oktoberkind • 2 Beiträge | 2 Punkte
Hallo!
Ich habe schon vor Monaten akut nach meiner Fehlgeburt hier im Forum gelesen und das hat mir sehr geholfen, aber ich habe nie gewusst, ob und was ich schreiben soll. Nun möchte ich doch meine Geschichte teilen, da mich vor ein paar Tagen alles wieder eingeholt hat und ich das Gefühl habe, mit meiner Trauer wieder am Anfang/vor einer Wand zu stehen. Ich entschuldige mich im Vorfeld für den langen Beitrag und danke fürs Lesen, sollte es jemand bis zum Ende schaffen und/oder gar antworten.
Ende Juni 2024 haben mein Mann und ich positiv getestet, laut Gyn ca. 6. SSW, ganz genau könne man das nicht sagen, es sei noch kein Herzschlag zu sehen. Aufgrund meines unregelmäßigen, längeren Zyklus (Durchschnitt ca. 36 Tage) sei das nicht zwangsläufig ungewöhnlich oder gar besorgniserregend, nächste Kontrolle in einer Woche. Es war meine erste Schwangerschaft und wäre unser erstes Kind gewesen, wir haben uns sehr gefreut, direkt geträumt, uns vorgestellt, wie schön es zu dritt wäre. Mein Mann wollte es am liebsten sofort allen sagen, aber wir haben beschlossen, zu warten.
Ein paar Tage später (am späten Freitagnachmittag) bekam ich ganz leichte Schmierblutungen, hatte jedoch keine Schmerzen o.ä. und wollte mich daher nicht allzu verrückt machen, legte mich ins Bett und versuchte, mich zu entspannen. Mein Mann war leider an diesem Abend unterwegs. Im Laufe des Abends wurden die Blutungen stärker, schließlich folgten Krämpfe und ein größerer Gewebeklumpen ging ab. Als ich ihn sah, "wusste" ich einfach, dass es das wohl gewesen war - es war ein unbeschreiblich seltsames Gefühl. Ich konnte nicht mehr aufhören, zu weinen. Am Samstag wurde ich im Krankenhaus vorstellig, wo mir wenig einfühlsam mitgeteilt wurde, ob ich denn sicher schwanger sei, man sehe nichts, nur ein großes Hämatom in der Gebärmutter, das alles Mögliche bedeuten könne. Möglicherweise sei die Fruchthöhle dahinter, ich solle doch den kommenden Termin bei meiner Gyn abwarten. Aufgrund der Krämpfe und anhaltenden Blutungen erbat ich am Montag kurzfristig einen Termin, es wurde Blut abgenommen, Ultraschall gemacht - immer noch nur das Hämatom. Meine Gyn verschrieb mir Progesteron und Magnesium, in der Hoffnung, die Schwangerschaft erhalten zu können, SOLLTE sie noch vorhanden sein, aber sie machte uns wenig Hoffnungen. Die folgenden Bluttests ergaben, dass der HCG-Wert rapide abfiel und meine Gyn verkündete uns, dass es wohl nicht sein sollte - eine Laune der Natur, aber wir sollten es doch positiv sehen: Bei so frühen Abgängen sei sowieso etwas nicht in Ordnung und zumindest können wir schwanger werden. Ein schwacher Trost für uns, auch wenn wir versucht haben, es rational zu betrachten, was meinem Mann nach wie vor leichter fällt als mir.
Ich komme aus einer ganz anderen Ecke Deutschlands und bin der Liebe wegen gen Heimat meines Mannes gezogen. Im Gegensatz zu meiner Familie hat seine einen sehr engen Familienzusammenhalt mit regelmäßigen Familienfeiern, etc. Ende August 2024 verkündete der Cousin meines Mannes Familienzuwachs für Mitte Februar 2025. Das traf uns wie ein Schlag in die Magengrube, da unser Kind nach unseren Berechnungen vermutlich auch voraussichtlich Mitte Februar/Anfang März gekommen wäre. Wir trauerten, verarbeiteten, was passiert war, und im Großen und Ganzen ging es uns mit der Zeit besser. Durch mehr oder minder glückliche Zufälle schafften wir es erfolgreich, das zukünftige Familienglück zu "meiden" - entweder waren wir oder sie durch Krankheit/Arbeit/etc. verhindert. Mittlerweile ist das Kind ca. 6 Monate alt und die Familie wurde eingeladen. Wir besprachen uns und dachten, es sei genug Zeit vergangen. Es würde schwer werden, das Kind zu sehen, das ungefähr im gleichen Alter ist wie unseres nun gewesen wäre, aber früher oder später ließe es sich ein Aufeinandertreffen nicht vermeiden. Aber da lagen wir falsch, es hat mich alles wieder eingeholt. Während das Kind fröhlich herumgereicht und gezeigt wurde, kam die Trauer, die ich als "verarbeitet" ad acta gelegt hatte, sofort wieder hoch, genauso wie die Erinnerungen an die schwere Zeit, den Gewebeklumpen, alles. Der Anblick des blutigen Klumpens hat sich mir unglaublich eingeprägt, ich erinnere mich daran, als sei es gestern gewesen, und ich glaube, die Erinnerung daran wird mich mein Leben lang nicht mehr loslassen.
Bis auf die (doch nicht) werdenden Großeltern weiß niemand von unserem Verlust und es war mir unheimlich unangenehm, so emotional zu werden, da es auch ein paar Leute mitbekommen haben. Mein Schwiegervater meinte, wir sollten es doch einfach direkt allen sagen, das sorgt für Verständnis, womöglich können einige Tanten eigene Erlebnisse teilen und mir helfen, etc. Grundsätzlich hätten wir damit kein Problem, wenn es alle wüssten, allerdings möchte ich keine Mitleidsbekundungen oder mit Samthandschuhen angefasst werden. Ich möchte auch keine Geschichten von irgendwelchen Tanten hören, denn mir ist bewusst, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine (frühe) Fehlgeburt ist - das hilft mir nicht, mit dem Gedanken umzugehen, dass das unser Kind hätte sein können, das dort mit am Tisch sitzt. Außerdem trifft man sich in der Regel zu Familienfeiern; wir waren da, um die junge Familie zu feiern, nicht um über uns und unseren Verlust zu sprechen. Man kommt ja auch nicht einfach mal ums Eck und sagt: "Ach hey, übrigens, wir hatten letztes Jahr eine Fehlgeburt." Für so eine Nachricht gibt es nicht den richtigen Zeitpunkt, so etwas verkündet man nicht einfach auf der Geburtstagsfeier von Tante Gertrude oder beim alljährlichen weihnachtlichen Abendessen.
Ich weiß einfach nicht einmal, was ich mir von diesem Beitrag verspreche. Vielleicht möchte ich es einfach mal alles loswerden, daher danke, dass es dieses Forum gibt. Mein Mann hat die Fehlgeburt von Anfang an rationaler betrachten können als ich, leidet aber aktuell mit mir. Ich weiß nicht, was ich möchte oder brauche. Ich bin traurig und verzweifelt wie damals. Und ... wütend? Auf wen oder was, weiß ich selbst nicht. Keinesfalls auf das Kind oder seine Eltern, aber auf mich, auf die Natur, auf das Leben. Neidisch? Auf die jungen Eltern, ja, auch das. Ich hätte mein Kind auch gern in den Armen gehalten.
War jemand in einer ähnlichen Situation, und wenn ja, hat euch die Geburt des anderen Kindes auch aus der Bahn geworfen und was hat euch geholfen, mit dem (regelmäßigen) Kontakt/Anblick fertig zu werden? Ich hoffe, dass die Zeit mir darüber hinweghilft, aber gerade habe ich das Gefühl, mit meiner Trauer wieder am Anfang zu stehen.
Viele Grüße
Oktoberkind
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 11.08.2025 22:04von Anna90 • 433 Beiträge | 434 Punkte
Liebes Oktoberkind, es tut mir sehr leid dass euer kleines Wunder nicht bei euch auf Erden bleiben durfte.
Ich kann leider wenig zu dem Thema: Umgang mit der Familie/dem Kind geben, da ich diese Situation so zum Glück nicht hatte.
Ich kann nur sagen du darfst neidisch und wütend sein!!
Ich finde aber den Vorschlag deines Schwiegervaters gut euren Verlust zu kommunizieren.
Natürlich wäre das auf dieser Feier ein eher schlechter Zeitpunkt. Und dass du keine beileidsbekundungen magst, verstehe ich auch.
Aber eventuell wäre es eine Möglichkeit die familiäre Buschtrommel anzuwerfen?
Ich habe meiner Mama und meiner Schwiegermutter erlaubt von unserer Fehlgeburt zu erzählen, mit dem Hinweis dass ich nicht darüber reden möchte.
Das Thema war für alle geklärt, es kam niemand auf mich zu und es sind damit auch die lästigen Fragen: wann ist’s denn bei euch endlich soweit? ausgeblieben.
Fühl dich gedrückt wenn du magst!
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 12.08.2025 01:54von Nine87 • 690 Beiträge | 690 Punkte
Liebes Oktoberkind, es tut mir sehr leid für euch, dass auch ihr in dieser Situation seid.
Bei mir hat es sich mit der Zeit etwas gegeben. Das Kind meiner Freundin hat sich entwickelt und wurde eine eigene Persönlichkeit, der Eltern und Familie ähnlich und mir und meiner Familie immer unähnlicher.
Klar hätte man überlegen können, wie mein Kind wohl gewesen wäre, aber das war mir dann zu abstrakt.
Liebe Grüße Nine
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 12.08.2025 07:19von Susanne • 5.861 Beiträge | 5881 Punkte
Hallo liebes Oktoberkind, herzlich Willkommen und mein Mitgefühl für Deinen Verlust. Ich kann verstehen, dass das für dich ein schwerer, aufwühlender Besuch war. Es wird im Trauerprozess immmer wieder Momente geben, in denen man gefühlt wieder an den Anfang geschubst wird, insbesondere in solchen Situationen, die einem vor Augen führen, was man verloren hat. Trauer ist ein Auf und Ab mit bleibenden Erinnerungen, die immer wieder mal präsent sind, und wird nie ein Ende finden. Trauer und Erinnerung ist Liebe und das wirst du dieses Kind immer.
Es klingt für mich dennoch als hättest du die Trauer noch in dir drin begraben und dir nicht genügend Zeit und Raum gegeben den Verlust zu betrauern. Wenn dem so ist, kann man das immer "nachholen". Gibt es bei dir im Umkreis eine Trauerbegleiterin mit dem Schwerpunkt, einen Sternenkindverein oder Gruppentreffen Stichwort "Sternenkind"? Fühl dich gedrückt, Susanne
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 12.08.2025 07:23von Dany • 786 Beiträge | 786 Punkte
Liebes Oktoberkind,
auch mir tut es leid, dass ihr euer Wunschkind nicht in den Armen halten dürft.
Ich kann deine Situation und deine Gefühle sehr gut nachempfinden. Ich habe eine große gebärfreudige Verwandtschaft. Während ich die drei FG hatte (21, 22, 23), sind 4 Kinder auf die Welt gekommen. Ich bin der Situation aus dem Weg gegangen und erstmal nicht mehr zu Familienfesten. Unser Hausumbau war eine willkommene Ausrede. Ging nicht immer, z.B. bei einer Beerdigung, und eines der Kinder ist mein Patenkind. Ich wollte nicht über die FG sprechen und ich wollte auch nicht, dass die Verwandtschaft Bescheid weiß. Wollte kein Mitleid. Mein Gefühl war „alle bekommen Kinder, nur bei uns klappt es nicht“, ich habe mich unfähig gefühlt, war mit mir und meinen Körper unzufrieden, habe ihn zeitweise gehasst… und ja, ich war neidisch. Alle diese Gefühle sind in Ordnung.
Ich hatte einen Heulanfall im Beisein einer hochschwangeren Cousine. Ihr habe ich erklärt warum, war okay. Sie hat es nicht weitergetragen. Die Mutter meines Patenkindes, meine Schwägerin und eine andere Verwandte wussten auch Bescheid, sie waren dann immer mein Anlaufpunkt bei Feiern, wenn es mir schlecht ging, zu viel wurde.
Hart war für mich auch, dass unsere Nachbarn ein Kind haben, das um den ET unseres ersten Sternchens auf die Welt kam. Die beiden wären gleich alt. Immer vor Augen zu haben, was unser Kind gerade lernen würde, machen würde… das war extrem schwer.
Richtig mit der Situation umgehen kann ich erst, seit unser Regenbogen auf der Welt ist. Ich habe meinen Frieden gemacht.
Ich wünsche dir, Oktoberkind, dass du einen Weg für dich findest. Es gibt kein richtig oder falsch. Es sind deine Gefühle und die sind in Ordnung. Und ich wünsche dir, dass du bald ein kleines Wunder, euer kleines Wunder, in den Armen halten darfst.
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 12.08.2025 12:25von Nelke • 2.644 Beiträge | 2654 Punkte
Liebes Oktoberkind,
Euer Verlust tut mir sehr leid.
Dass die trauer wieder hoch kommt, ist nach so einer schlimmen Erfahrung leider normal. Ich fand den Spruch damals hilfreich, dass alle Tränen die in dir stecken eben geweint werden müssen. Und wenn sie noch nach ein oder zwei Jahren kommen. Du hattest euer Kind geliebt und die trauer, der neid, die wut, hat seine Berechtigung.
Ich finde den Vorschlag mit der Buschtrommel gut.
Bei mir persönlich musste mein Mann die Tatsachen bei dem befreundeten Paar mit gleichaltriger Schwangerschaft klar stellen und im Familienkreis übernahm es meine Mutter.
Ich hatte damals eine große Angst vor dem Treffen mit dem Kind. Die ganze Schwangerschaft habe ich mich von der schwangeren Freundin fern gehalten und sie aus meinem Leben vorübergehend gestrichen.
Ich bat nur per SMS darum, mir Raum zu geben. Sie müssten mich nicht verstehen, aber mir Zeit geben, bis es mir besser ginge.
Als ich das Kind sah war ich natürlich auch traurig. Ich trug zu dem Zeitpunkt bereits meine jetztige Tochter unter dem Herzen und alle Untersuchungen sahen gut aus. Das half enorm. Wäre ich nicht schwanger gewesen, wäre ich nicht zu dem Treffen gekommen.
Auch andere treffen im Freundes und Familienkreis hatte ich abgesagt. Das bereue ich auch 5 Jahre nach meinem ersten verlust kein bisschen.
Es ist nicht falsch, auf sich selbst und seine Gefühle acht zu geben.
Du bist nicht allein in dieser Situation. Es gibt viele frauen die das gleiche erlebt haben.
Fühl dich fest umarmt, lena
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 13.08.2025 07:29von Wossi • 69 Beiträge | 69 Punkte
Es tut mir so unendlich leid für euren Verlust.
Meine Schwägerin und ich waren zum selben Zeitpunkt schwanger (1 Woche unterschied). Der unterschied war sie wollte es erst nicht wir haben es uns unendlich doll gewünscht. Leider wollte das Herzchen dann im Woche 8 nicht mehr schlagen. Alle Versuche ihr aus dem Weg zu gehen werden mir leider negativ ausgelegt. Dabei versuche ich den Schmerz meinerseits nur zu dämpfen. Wie ich damit umgehen werde wenn das Baby auf der Welt ist weiß ich heute noch nicht. Ich habe aber schreckliche Angst vor diesem Tag obwohl ich ihr das Baby von Herzen gönne.
Ich drücke alle Sternen Mamas ganz fest ihr seit nicht alleine ❤️
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 13.08.2025 08:34von lou_vah • 1.261 Beiträge | 1261 Punkte
Liebe Oktoberkind, mein Mitgefühl für deinen Verlust.
Mich hat es damals auch in das Forum verschlagen, weil ich mit ähnlichen Themen, nicht im Familien aber engen Freundeskreis zu kämpfen hatte.
Kurz nach meiner FG und auch noch einer Not OP ist eine Freundin schwanger geworden, deren ältere Tochter die beste Freundin meiner Tochter ist. Es war schwer sich aus dem Weg zu gehen, es gab verbindende Momente, aber viel hat uns getrennt. Ich war so oft so wütend, eigentlich durchgehend neidisch.
An ihrem Geburtstag war da eine andere gute Freundin von ihr, gleichzeitig mit ihr schwanger, ich saß eigentlich nur in der Ecke und habe den Moment ausgehalten, bis ich gehen kann.
Aber irgendwann kam der moment in dem wir uns aussprechen konnten und mir hat es doch geholfen, von ihrer Schwangerschaft mitzubekommen, eingebunden zu sein. Kurze Zeit später habe ich erfahren auch wieder schwanger zu sein und unsere Freundschaft besteht immer noch.
Und doch war der Tag der Geburt für mich schwer und ich habe unglaublich viel geweint. Selbst jetzt gibt es Momente, die mir einen Stich versetzen. ZB das gemeinsame aufwachsen der beiden Kinder von ihr und ihrer Freundin, daneben unsere kleine die halt immer die kleine ist, aber das ist aushaltbar.
Vielleicht ist es wirklich gut, wenn dein Mann sich um die Familie „kümmert“ und auch klar sagt, es ist wichtig, dass die Familie es weiß, aber es soll bitte nicht groß Thema werden.
Und ich weiß es ist schwer anzunehmen, aber du hast auch die Erlaubnis dich in Arm nehmen zu lassen, zu weinen und mitfühlend behandelt zu werden, auch wenn des Tante Geburtstag ist - immerhin ist dein Kind und dein Traum gestorben.
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 25.08.2025 15:42von Oktoberkind • 2 Beiträge | 2 Punkte
Hallo ihr Lieben,
entschuldigt, dass ich mich erst jetzt zurückmelde. Ich hatte eure Antworten bereits gelesen, aber brauchte dann erstmal etwas Zeit und Abstand zum Nachdenken (und dann kam noch der Alltag/die Arbeit dazu).
Ich danke euch allen von Herzen für eure Antworten, sie haben mir sehr geholfen, zu reflektieren, u.a. meinen Trauerprozess, wie von Susanne angestoßen, und auch, dass es valide ist, dass die Gefühle zu bestimmten Ereignissen womöglich hochkochen und Erinnerungen an Verluste sehr präsent zurückkehren können, wie von einigen anderen erwähnt. Ich denke auch, dass es "normal" ist, dass die Trauer ab und an wieder hochkommt - und an manchen Tagen ist man vielleicht auch einfach stärker als an anderen (nicht im Sinne von "Da muss ich jetzt durch!", sondern "Ich komme damit heute gut zurecht."). Der Mensch tendiert sowieso dazu, sich Negatives besser einzuprägen als Positives, aber selbst wenn nicht - manchmal überkommt einen auch eine Erinnerung an positive Erlebnisse, mitsamt allen Gefühlen. Warum sollte das nicht auch mit Trauer so sein? Der Umgang damit ist am Ende sicherlich das Entscheidende und diese Erkenntnis hilft mir schon sehr weiter.
Vergessen wird (und will?) man es nie, aber die Zeit wird es zumindest einfacher machen. Mittlerweile denke ich auch, dass es sich mit der Zeit "rauswächst", in dem Alter sind sich Kinder ja doch relativ ähnlich (was weiß ich schon, ich habe noch keins), aber wenn sie dann mal zu einer eigenen kleinen Persönlichkeit werden - höchstwahrscheinlich nach den eigenen Eltern und Großeltern geraten - fällt es wahrscheinlich zunehmend leichter, das Kind als eigenständigen Menschen wahrzunehmen und nicht mit dem eigenen Kind, das man nie kennenlernen durfte, in Verbindung zu bringen.
Alles in allem: Der Abstand hat mir gutgetan, mittlerweile geht es mir wieder besser, was natürlich nicht heißt, dass alle Wunden geheilt sind. Es tut gut, zu wissen, dass man nicht allein ist, vor allem auch mit den Gefühlen von Trauer, Wut und manchmal auch Neid. Auch wenn es natürlich tragisch ist, dass viele Frauen (und auch Männer) diese Erfahrungen machen und bewältigen müssen. Es ist auch schade, dass manche von euch, wie beispielsweise Wossi, so schlechte und wenig einfühlsame Erfahrungen mit anderen (zeitgleich werdenden) Müttern oder Familienangehörigen/Freunden machen mussten.
Die familiäre Buschtrommel haben wir bislang noch nicht "aktiv" angeworfen, u.a. auch, da die Schwiegereltern kurz darauf erst einmal in den Urlaub gefahren sind, und mittlerweile ist ja auch schon wieder etwas Zeit vergangen. Indirekt haben sie die "Erlaubnis" ja sowieso schon bekommen, was sie damit machen, sei nun mal dahingestellt. Ein paar Tage nach dem "Ereignis" habe ich jedoch Kontakt zur Mutter des Kindes (Frau des Cousins) aufgenommen, um ihr die Situation zu erklären, da sie schon recht offensichtlich gesehen hat, dass es mir nicht gut ging. Sie war sehr dankbar, dass ich ihr das mitgeteilt habe, da sie damit (auch zukünftig) besser umgehen können.
Nochmals vielen lieben Dank - insbesondere an Susanne, dafür, dass sie das Forum ins Leben gerufen hat - und fühlt euch ebenfalls ganz lieb gedrückt, wenn ihr mögt! Viel Kraft allen, die in einer ähnlichen Situation stecken!
Oktoberkind
RE: Fehlgeburt - Familienmitglied zur gleichen Zeit schwanger, wie damit umgehen?
in Die Geschichte, die Euch hierher geführt hat 01.05.2026 22:44von Sonco • 2 Beiträge | 2 Punkte
Hey, ich wurde Anfang des Jahres schwanger. Meine Schwester war zu dem Zeitpunkt schon im 3. Monat. In der 12. SSW hatte ich eine Fehlgeburt und sehe jetzt den Bauch meiner Schwester immer weiter wachsen. Ich merke, dass meine Freude für sie und meine Vorfreude auf meinen Neffen auch stark zurück gedrängt wurde durch meinen Verlust. Es fühlt sich irgendwie einfach unfair an.
Bitte geben Sie einen Grund für die Verwarnung an
Der Grund erscheint unter dem Beitrag.Bei einer weiteren Verwarnung wird das Mitglied automatisch gesperrt.
|
|
Forum Statistiken
Das Forum hat 2463
Themen
und
57539
Beiträge.
|
| Einfach ein eigenes Forum erstellen |

Antworten
Besucher
Forum Statistiken