#16

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 16.09.2022 09:05
von LunaBlum • 94 Beiträge | 94 Punkte

Liebe Katrin,
mach dir bitte keine Gedanken! Du hast mich bestimmt nicht angesteckt, die Ängste kommen schon ganz von alleine, leider. Mir spielt gerade wohl mein Unterbewusstsein einen Streich nach dem anderen. Heute Nacht habe ich schon wieder von Blut am Klopapier geträumt und musste dann gleich aufstehen und nachschauen.
Immerhin hatte ich heute morgen dieses flaue Gefühl wieder, was mich ruhiger macht. Habe dann auch nochmal einen quantitativen Test gemacht - ich kanns einfach nicht lassen - leider war der Anstieg nicht ganz so deutlich zu sehen, wie ich gehofft hatte, aber er war da. Also habe ich beschlossen, das jetzt als vorerst gutes Zeichen zu werten und zu versuchen, mich zu entspannen. Es bleibt eben nichts anderes übrig als warten...
6+0... Das war bestimmt sehr erleichternd, da den Herzschlag schon zu sehen und dass alles gut ist. Darf ich dich fragen, wie sich die Ärztin die Blutung erklärt hat?
Liebe Grüße, Lucia (ja, das ist mein eigentlicher Vorname )

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#17

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 16.09.2022 14:26
von Katrin • 188 Beiträge | 188 Punkte

Liebe Lucia,
puh, das klingt gerade wirklich alles andere als ruhig bei dir. Schon wieder so ein blöder Traum! Das würde mich auch beunruhigen.
Aber es ist doch wirklich ein gutes Zeichen, wenn das HCG steigt!
Und solange wir nichts Gegenteiliges wissen, sollten wir doch eigentlich auch davon ausgehen, dass alles gut ist.
Wenn es nur nicht so schwer wäre...
Die Blutung hat sich die Ärztin mit einer tieferen Einnistung erklärt. Aber das ist letztlich nur eine Vermutung...
Ist es bei der Arbeit immer noch so chaotisch oder ist es da wenigstens etwas ruhiger? Und lenkt dich die Arbeit ab?
Liebe Grüße von Katrin

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#18

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 16.09.2022 18:26
von LunaBlum • 94 Beiträge | 94 Punkte

Liebe Katrin,
du hast recht. Ich sollte versuchen positiv zu denken. Noch sieht alles danach aus, dass es diesmal gut gehen wird.
Die Arbeit lenkt mich sehr gut ab. Ich glaube, ohne würde ich den ganzen Tag nichts anderes machen als grübeln und googeln. Ich muss bloß aufpassen, dass ich nicht zu viel arbeite. Ich habe einen sehr fordernden Job und ich merke gerade sehr, dass ich viel schneller an Grenzen komme als normalerweise. Morgen haben wir auch eine wichtige Veranstaltung. Also gleich das nächste Wochenende, das nicht richtig frei ist. Ich muss echt schauen, dass ich gut auf mich aufpasse und nicht zu viel mache... bisher klappt es ganz gut. Ich mache auch fleißig jeden Tag Yoga zum Ausgleich.
Nach der letzten Fehlgeburt hatte ich mir ja vorgenommen, beim nächsten Mal mutig zu sein und direkt meinen Arbeitgeber zu informieren, damit man Rücksicht nehmen kann auf mich und ich nicht so tun muss, als wäre nichts. Das kostet ja auch Kraft. Aber jetzt traue ich mich einfach nicht. Ich fühle mich eh so verletzlich, so möchte ich mich auf der Arbeit nicht zeigen. Und wir haben es diesmal noch absolut niemandem gesagt... Wie ist das bei dir? Erzählst du es auch erst nach der 12. Woche? Wusste dein Arbeitgeber von den letzten Schwangerschaften?
Ich habe nach der zweiten FG meinen direkten Vorgesetzten informiert. Das ist mir sehr schwer gefallen. Aber es war wichtig, klar zu machen, dass ich nicht einfach nur einen Schnupfen habe, sondern richtig ausfalle. Ich war mitten in einer wichtigen Projektphase auf der Arbeit. Aber das Gespräch war sehr gut. Ich hatte so große Angst davor. Und dann hat er sehr verständnisvoll reagiert und angedeutet, dass er mit seiner Frau selbst in Kinderwunschbehandlung war für ihren gemeinsamen Sohn. Man sieht es den Leuten eben nicht an...
Liebe Grüße, L

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#19

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 16.09.2022 20:26
von Katrin • 188 Beiträge | 188 Punkte

Liebe Lucia,
bei mir scheint es mit der Arbeit ähnlich. Sie lenkt gut ab, ist aber auch sehr fordernd. Ich fühle mich gerade auch oft überfordert, was sicher anderes wäre, wenn dieses Jahr nicht so elendig hart wäre. Dazu kommt, dass ich die Stelle erst seit März habe und seither so oft nicht arbeitsfähig war, wie nie zuvor.
Auch für mich ist es schwierig, eine gute Balance zu finden. Ich habe kaum mal ein komplett freies Wochenende und muss mir meine freien Tage selbst einteilen und freihalten.
Mit der Müdigkeit und den Gedanken, die oft beim Baby sind, ist das nicht so einfach.
Musst du denn oft am Wochenende arbeiten?

Bei der Arbeit habe ich von beiden Fehlgeburten erzählt, weil ich so lange ausgefallen bin und es nicht ausgehalten hätte, so zu tun, als wäre alles normal, wenn es mir so beschissen geht.

Von der 2. Schwangerschaft hab ich meinem Chef in der 8. Woche erzählt. Das war mir eigentlich zu früh, aber da hatten wir ein Gespräch darüber, wie es weitergeht und ich hätte es bescheuert gefunden, Dinge zu planen, die dann doch ganz anders kommen.
Nächste Woche hab ich wieder einen Termin mit meinem Chef. Da will es es ihm sagen.
Zum einen, um mich zu entlasten. Und zum anderen, weil ich es fair finde, wenn er weiß, dass ich wieder ausfallen werde. Entweder bald, was Gott verhüte, oder hoffentlich dann im Frühjahr.
Ich fand es auch schwer, ihm davon zu erzählen. Vor allem weil die 1. Fehlgeburt eine Woche vor dem Stellenwechsel war und ich ihn so gut wie nicht kannte. Aber er war auch verständnisvoll und ich kann mich nicht über ihn beklagen.
Ich habe es bisher meinen Eltern, meiner Schwester und zwei, drei Freundinnen erzählt. Ich glaube, mein Mann hat es noch nicht erzählt.
Das erste Mal wussten es vor der Fehlgeburt nur meine Eltern und das auch nur, weil ich so aufgeregt war, dass ich meine Mama zum Reden brauchte. Von der 2. Schwangerschaft habe ich ab der 8. Woche ganz zögerlich wenigen erzählt.
Jetzt war ich schneller. Nach den Fehlgeburten haben es sowieso alle erfahren. Dann kann ich es den wichtigen Menschen auch jetzt schon erzählen. Es tut gut, dass ich mit denen über meine Ängste, Sorgen, Freude reden kann und sie mitfiebern.

Ich finde es spannend, dass du dich durch die Schwangerschaft bei der Arbeit verletzlich fühlst. Eigentlich ist es schließlich etwas Wunderschönes. Aber mit unseren Erfahrungen auch etwas sehr Schwieriges. Meinst du deine Kollegen bzw. dein Chef sehen das auch so oder was sind deine Befürchtungen?
Und darf ich fragen, warum ihr es nicht erzählt? Das fände ich spannend.

Nun wünsche ich dir heute eine ruhige Nacht ohne schlimme Träume und dass du trotz der Veranstaltung morgen ein erholsames Wochenende hast!

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#20

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 16.09.2022 22:38
von LunaBlum • 94 Beiträge | 94 Punkte

Liebe Katrin,

das ist wirklich lustig, schon wieder eine Gemeinsamkeit: "Ich habe kaum mal ein komplett freies Wochenende und muss mir meine freien Tage selbst einteilen und freihalten." Das ist exakt meine Jobbeschreibung! Hohe Eigenverantwortung, großes Pensum, unregelmäßige Arbeitszeiten und man muss selbst Verantwortung für sich übernehmen und freie Abende und Wocheneden auch wirklich frei halten, Pausen machen, obwohl die To Do Liste immer lang ist. Aber erstaunlicherweise gelingt es mir in den Schwangerschaften besser als sonst, auf meine Work-Life-Balance zu achten. Ich mache seit über einer Woche jeden Tag Yoga - so diszipliniert bin ich sonst nie - und bin jetzt auch öfter mal früher heim gegangen...

Das ist eine echt interessante Frage, warum ich es nicht erzählen will... ich musste da jetzt wirklich ein bisschen drüber nachdenken. Denn NACH den beiden Schwangerschaften bin ich jeweils sehr offen damit umgegangen und habe es im privaten Umfeld allen erzählt und das hat mir sehr gut getan.
Ich glaube, dass für mich dieser Moment, von einer Schwangerschaft zu erzählen, ein ziemlich wunder Punkt geworden ist. Bei meiner ersten Schwangerschaft wäre ich an Weihnachten in der 10. Woche gewesen. Ich hatte mir ausgemalt, wie ich es dann der Familie (wir wohnen in einiger Entfernung und sehen uns nicht so häufig) und meinen sehr langjährigen Freundinnen erzählt hätte. Ich hatte mir ausgemalt, kleine Geschenke zu basteln und Karten mit Ultraschallbildern zu verschenken - und dann kam eben alles anders.
Bei der zweiten Schwangerschaft wäre ich an Ostern ungefähr in der 15. Woche gewesen. Ich habe mir wieder vorgenommen, bis dahin zu warten und die freudige Nachricht dann persönlich zu überbringen. Ich komme - auch wenn ich selbst nicht mehr gläubig bin - aus einer christlichen Familie, da haben die Feiertage auch immer noch eine besondere Bedeutung. Aber wieder kam es ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Im Gegenteil: An Ostern habe ich meine Freundinnen zum Brunchen getroffen und eine von ihnen war ganz frisch schwanger. Sie hatte mich netterweise vorher angerufen und vorgewarnt, dass sie es in der Runde erzählen möchte. Aber ich konnte das (fünf Wochen nach meiner zweiten Fehlgeburt) nicht aushalten. Ich habe sie schlussendlich gebeten (und mich so sehr dafür geschämt!), erst dann davon zu erzählen, wenn ich schon gegangen bin, was sie dann auch für mich gemacht hat. Ich habe zu dem Zeitpunk einfach auch sehr um meine Unschuld mit dem Baby-Thema getrauert. Mir war klar, dass ich nie wieder so naiv glücklich sein würde über eine frische Schwangerschaft, dass jede weitere Schwangerschaft von meinen Erlebnissen überschattet sein würde und das hat mich sehr geschmerzt - schmerzt immer noch.
Und ja, im Moment fühle ich mich einfach verletzlich oder vielleicht auch empfindlich, nicht nur auf der Arbeit. Ich habe eine diffuse Angst davor, es zu erzählen, weil ich fürchte, dass die Reaktionen mir nicht gut tun. Ich habe Angst davor, dass alle sich mega für uns freuen - und dann wie selbstverständlich davon ausgehen, "dass jetzt dann ja wohl alles wieder gut ist". Ich habe Angst, dann kein Verständnis mehr für meine Trauer zu bekommen (dabei steht mir der ET meines zweiten Sternenkindes noch bevor!). Und ich habe gleichzeitig auch Angst davor, dass die anderen sich nur verhalten freuen könnten, weil auch sie fürchten, dass es vielleicht wieder schief gehen könnte, dass ich jetzt eben "die mit den Fehlgeburten" bin, wo man erst mal abwarten muss, ob's wirklich was wird. Und ich fürchte mich außerdem vor ungefragten Ratschlägen und gutgemeinten Beschwichtigungen, nach dem Motto: "Ich bin mir ganz sicher, dass es diesmal gut geht." - weil, diese Sicherheit gibt es eben nicht (niemals!) und das muss ich gerade aushalten!!!
Ziemlich paradox und kompliziert alles, ich weiß. Und ich fürchte, es hat gar nicht so viel mit den Personen zu tun, die ich im Kopf habe, wenn ich solche Befürchtungen habe, sondern an meinen eigenen ambivalenten Gefühlen. Vielleicht, wenn ich selbst auch den Herzschlag im Ultraschall sehen durfte und alles zeitgerecht ist, vielleicht kann ich dann selbst auch wieder klarer sein in meinen Gefühlen und dann auch besser mit jeder Art von Reaktion umgehen. Das hoffe ich zumindest, denn in drei Wochen bin ich mit den oben beschriebenen Freundinnen für ein gemeinsames Wochenende verabredet. Vor ihnen werde ich es sicher nicht verstecken können. Ich hoffe sehr, dass ich mich bis dahin besser mit mir und meiner Schwangerschaft fühle, denn es ist nicht unkompliziert in diesem Freundeskreis. Wir sind alle in sehr unterschiedlichen Situationen. Eine hat eine eineinhalbjährige Tochter, eine ist mittlerweile im siebten Monat (die von Ostern), eine hadert mit sich, ob sie überhaupt Kinder möchte und eine ist frisch getrennt und sehr unglücklich - und dann noch ich mit meinen zwei Sternenkindern. Da bin ich gerade nicht die Einzige mit Empfindlichkeiten und es gab auch ein paar Konflikte deshalb in letzter Zeit. Mal sehen... ich behalte mir auch vor, am Ende vielleicht gar nicht mitzufahren, wenn es mir gar nicht gut gehen sollte...

Meiner Familie will ich es wirklich erst nach der 12. oder vielleicht sogar erst nach der 14. Woche sagen. Ich will, dass wir uns gemeinsam richtig freuen können, ohne die Angst der ersten Wochen (und ich lebe nicht in der Illusion, dass die Angst nach dem ersten Trimester weg ist, aber ich hoffe doch, es wird dann anders sein...)

Und bei der Arbeit... nun ja, einerseits wäre es schon eine Entlastung, es nicht mehr verstecken zu müssen. Ich habe schon darüber nachgedacht, es meinem Team zu sagen. Aber dann müsste ich es wohl auch ganz offiziell bei meinem Chef melden, denn ich glaube nicht, dass mein direkter Vorgesetzter es wissen dürfte, ohne dass ich es offiziell dem Chef mitteile, oder? So arbeitsrechtlich gesehen? Und das ist dann schon nochmal ein anderer Schritt. Ich finde das schon ein "Outing", wenn der Chef dann weiß, dass man im Kinderwunsch ist - zumal ich nicht unbefristet beschäftigt bin. Ich habe jetzt nicht direkt Angst vor Konsequenzen, aber ich arbeite in einem großen Betrieb und weiß im Moment nicht, ob ich das wirklich möchte, dass der Chef dann so private Dinge über mich weiß... Auf der anderen Seite, immer wieder ausfallen und nicht richtig belastbar sein, ohne erkennbare Gründe, ist auch nicht so dolle... Ich denke noch drüber nach...

So, das war jetzt echt eine lange Antwort, aber deine Frage hat mich wirklich ins Nachdenken gebracht. Und vielleicht noch zum Schluss: Ich fühle mich gerade in diesem Forum so gut aufgehoben! Es tut mir so gut, mich mit dir und anderen auszutauschen, die wissen was es bedeutet und ähnliches druchleben. Vielen Dank für deine erhliche Anteilnahme! Ich wünsche auch dir eine gute Nacht und nur das Beste für dich und dein Baby!!!

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#21

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 17.09.2022 12:20
von Katrin • 188 Beiträge | 188 Punkte

Liebe Lucia,
auch mir tut der Austausch sehr gut. Schön, dass es dir auch so geht.
Da scheinen wir ja eine Arbeit mit ähnlich viel Verantwortung und ähnlichen Herausforderungen zu haben.

Ich fand es spannend zu lesen, was du schreibst, warum du es noch nicht erzählst. Zum Teil kann ich es gut nachfühlen. Die Angst vor den Reaktionen. Zu freudig oder zu zurückhaltend...Die sein mit den Fehlgeburten. Auch die Angst, dass die Trauer dann keinen Raum mehr hat.
Da geht es mir wie dir. Lämmchen und Spatz fehlen mir weiter sehr und ich bin oft noch traurig, dass sie gestorben sind. Ich habe auch Angst vor den errechneten Entbindungsterminen. Mir steht sogar der von unserem ersten Kind noch im Oktober bevor. Und in der Woche bin ich dummerweise auf Fortbildung.

Es klingt nicht einfach in deinem Freundeskreis. Da kann man es ja nicht einfach unbedarft erzählen. Wie schwierig das für dich gewesen sein muss, eine frisch vor schwangere Freundin zu haben und selbst mit der zweiten Familie gut zu kämpfen. Richtig hart. Und auch die Angst vor doofen Ratschlägen kann ich gut verstehen, wie: jetzt wird bestimmt alles gut. Das möchten wir ja so gerne glauben, aber es geht nicht, weil wir wissen, dass es ganz anders kommen kann. Und wir haben ja leider auch ein höheres Risiko mit zwei Fehlgeburten.

Dass bei der Arbeit dann alle vom Kinderwunsch wissen, ist wirklich doof. Überhaupt wenn deine Stelle befristet ist. Ich habe es bei einem Gespräch im August offen kommuniziert, weil die weiteren Planungen so kompliziert sind. Aber ich fand es auch super unangenehm, so etwas persönliches breit zu diskutieren und dass alle es wissen...Sehr verständlich, dass du das nicht willst.

Ich hatte gestern leider einen richtig beschissenen Abend und ich habe wieder geblutet. Ich habe gespürt, da läuft was, aber habe gehofft, dass es nur Ausfluss ist. Vom Progesteron habe ich da ziemlich viel. Als ich dann aufs Klo gegangen bin, lief mir dass Blut dann Bein runter. Es war mehr als beim letzten Mal, aber dann doch nicht so mega viel. Es hat den ganzen Abend angehalten, wurde aber weniger.
Richtig schlimm war, dass ich alleine war. Mein Mann war die letzten zwei Wochen auf Fortbildung und entsprechend weg. Aber er ging Stunde um Stunde nicht ans Handy und hat nicht zurückgerufen. Das war schlimm. Am Anfang bin ich noch halbwegs ruhig geblieben und habe mir gesagt, am Mittwoch habe ich ja auch geblutet und alles war in Ordnung und die Frauenärztin hat mich beruhigt, dass es nicht so schlimm ist, wenn es unterperiodenstark ist, aber irgendwann bin ich dann ziemlich panisch geworden und hab mich so im stich gelassen gefühlt. Irgendwann habe ich dann meine Schwester erreich, was auch nicht so einfach ist, weil die in Kalifornien lebt. Dann hab ich die voll geheult. Und irgendwann spät, ich glaube gegen 11 oder so hat mein Mann dann doch noch zurückgerufen. Er saß mit Kollegen zusammen und hat sein Handy einfach auf seinem Zimmer vergessen ohne ein bisschen nachzudenken. Ich finde, wenn er schon nicht da sein kann, ist es seine Aufgabe, zumindest erreichbar zu sein. Da bin ich ziemlich wütend und verzweifelt gewesen. Dann erstmal nur geheult, als wir telefoniert haben. Aber irgendwann habe ich mich doch so beruhigt, dass ich ins Bett gehen konnte. Heute morgen beim Aufstehen habe ich noch ein kleines bisschen geblutet, aber es war nur altes Blut. Es kam dann auch nichts mehr. Ich hatte dann einen geschäftlichen Termin und habe irgendwann gemerkt, wie es wieder läuft. Ich hoffte, das ist nur Ausfluss und kein Blut. Zu Hause konnte ich dann endlich nachschauen. Es war bränlicher Ausfluss, aber wenigstens kein Blut mehr.
Aber ich bin total erschöpft, fix und fertig. Die Schwangerschaft ist sowieso schon sehr anstrengend. Ich fühle mich bei der Arbeit gerade oft überfordert und dann auch die Blutungen...es ist kaum auszuhalten. Kann es nicht mal einfach sein?
Jetzt kann ich mich wenigstens ausruhen und mein Mann kommt schon heute Abend wieder statt wie ursprünglich geplant am Montag.
Morfen hab ich noch zwei Termine. Hoffentlich schaffe ich die gut.
Ich überlege, mich nächste Woche krankzumelden. Aber das ist auch schwierig, weil es keine Vertretung gibt. Das heißt, vieles bleibt liegen, manches findet gar nicht statt und die wichtigsten Termine würde ich wohl trotzdem machen...Aber ich will das Kind ja auch nicht gefährden durch zu viel Stress. Falls es überhaupt noch lebt...

Ich hoffe dir geht es gut und deinem kleinen Baby auch und wünsche euch alles Gute!

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#22

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 17.09.2022 15:29
von LunaBlum • 94 Beiträge | 94 Punkte

Liebe Katrin, das hört sich wirklich sehr schlimm an, was du da gerade durchmachen musst! Ich denke fest an dich und antworte dir später ausführlicher! L

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#23

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 17.09.2022 21:40
von GoldeneHimbeere • 379 Beiträge | 379 Punkte

Liebe Katrin,
Hast du nicht die Möglichkeit dich aus dem Beruf rauszunehmen und eine Pause zu machen?
Vielleicht ist es besser, wenn du dich mal eine Woche ausruhst.
Ich kann auch verstehen, dass du sauer auf deinen Mann warst, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie es oft einfach anders sehen als wir und es nicht so einschätzen wie wir.
Aber du hast recht mit einer Sache. Dass er einfach erreichbar sein muss, er weiß ja immerhin von den Blutungen.
Aber ändern kann man es ja nicht mehr und das wichtigste ist jetzt, dass du Acht auf dich gibst und dich schonst.
Alles, alles Gute 🍀

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#24

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 17.09.2022 22:50
von LunaBlum • 94 Beiträge | 94 Punkte

Liebe Katrin, bitte entschuldige, dass ich dir erst jetzt ausführlicher antworten kann. Ich war heute den ganzen Tag auf der Arbeit, bei dieser wichtigen Veranstaltung...
Das hört sich alles wirklich gar nicht gut an bei dir! Ich kann deine Panik und deine Wut auf deinen Mann so gut nachvollziehen! Meiner ist auch häufiger mal beruflich unterwegs. Ich hatte das in der letzten Schwangerschaft auch mal, dass er nicht da war, als Blutungen kamen. Es war schrecklich. Außerdem steigert man sich auch noch viel mehr rein, wenn man alleine ist. So geht es mir jedenfalls. Wenn mein Mann da ist, bin ich viel ruhiger...
Ich finde übrigens auch, dass dein Mann unbedingt immer für dich erreichbar sein müsste. Es ist schon so schwer genug, was man als Frau in dieser Situation alles körperlich und seelisch aushalten muss... Da muss man sich einfach darauf verlassen können, dass der andere da ist, wenn man ihn braucht. Sicher hat er es nicht böse gemeint... trotzdem eine blöde Geschichte... Ich verstehe also deine Wut sehr gut und wünsche dir, dass ihr das gut klären könnt miteinander und er beim nächsten Mal aufmerksamer ist.
Und in noch einem Punkt bin ich der gleichen Meinung wie GoldeneHimbeere: Wenn du das Gefühl hast, dass dir die Ruhe gut tun würde, dann lass dich unbedingt krankschreiben! Ohne Rücksicht auf deine Arbeit, irgendwelche Termine oder Sonstiges! Sag alle Termine ab (alle!) und erlaube dir, dich einfach nur um dich selbst zu kümmern, bis es dir wieder besser geht und damit auch deinem Baby. Denn das ist im Moment das allerwichtigste!
Ich kenne von mir selbst dieses (oft übertriebene) Verantwortungsgefühl. Dass man denkt, man müsste immer noch mehr und noch mehr schaffen, dürfte nie ausfallen, bloß nicht schwächeln, es immer allen Recht machen... Ich weiß nicht, ob es dir auch manchmal so geht. Wenn ja: Es ist in deiner Situation vollkommen legitim, sich krankschreiben zu lassen. Damit muss dein Arbeitgeber schon klarkommen!
Und wenn die Blutungen nicht aufhören oder widerkommen, würde ich an deiner Stelle auch wieder zum Arzt gehen. Obwohl du gerade erst dort warst. Egal. Diese Ungewissheit ist doch einfach furchtbar und der Stress ganz bestimmt nicht gut für dich.
Und ich weiß, es ist so verdammt schwer, aber versuche, die Hoffnung nicht aufzugeben und ruhig zu bleiben, so gut es irgendwie geht. Vielleicht ist alles gut, du kannst etwas zur Ruhe kommen und es pendelt sich alles wieder ein. Das wünsche ich dir jedenfalls sehr - und auch, dass dein Mann jetzt bei dir ist und sich gut um dich kümmern kann.
Wie geht es dir denn jetzt? Ist die Situation immer noch unverändert?
Liebe Grüße und eine hoffentlich ruhige Nacht!
Lucia

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#25

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 18.09.2022 14:52
von Katrin • 188 Beiträge | 188 Punkte

Danke, ihr Lieben!
Ich bin ziemlich erschöpft, aber es geht mir wieder etwas besser. Der Ausfluss ist noch etwas bräunlich, aber keine Blutung mehr.
Natürlich hab ich große Angst, aber auch noch Hoffnung.
Ich bin sehr froh, dass mein Mann wieder da ist. Er ist ganz lieb. Wir haben uns nicht gestritten. Er hat ja gemerkt, dass es doof war und er darauf achten muss, erreichbar zu sein. Und ich weiß, dass es keine Absicht war und es ihm leid tut. Und ich weiß ja auch, dass es für ihn ganz anderes ist. Wie du schreibst, goldene Himbeere!
Heute hatte ich einen Termin, wo viele Kinder da waren und viel Babygeschrei. Das war richtig anstrengend. Ich habe durchgehalten, aber zu Hause hab ich erstmal richtig geweint. Ich hab solche Angst, dass ich nie ein Kind haben darf und ich bin so traurig, dass Spatz und Lämmchen gestorben sind.
Aber da war es eben gut, dass mein Mann mich in den Arm nehmen konnte. Da geht es mir wie dir: Allein kann ich mich eine Weile beruhigen, aber irgendwann geht es nicht mehr und ich werde panisch. So war es jedenfalls am Freitag.
Ich würde mich so gerne einfach nur freuen, dass ich schwanger bin und auch ein Kind bekomme. Und das tue ich auch. Aber es kann ja auch anders kommen und da ist leider so viel Angst. Wie schön eine sorglose Schwangerschaft wäre!
Danke für eure Ermutigung, mich krankzumelden! Gestern dachte ich, ach, ich halte durch. Jetzt denke, ihr habt recht.
Es fällt mir nur so schwer. Wahrscheinlich habe ich auch zu viel Verantwortungsgefühl. Ich bin dieses Jahr halt auch schon so viel ausgefallen.
Ich habe morgen früh einen Termin bei der Hebamme. Ich frage die mal, was sie meint. Und am Mittwoch bin ich schon wieder zur Frauenärztin bestellt. Wenn ich nicht mehr blute, was ich sehr hoffe, halte ich bis dahin durch.
Danke für die lieben, lieben Worte! Das tut so gut!
Wie ist denn die Lage bei dir/euch?
Ich wünsche einen erholsamen Sonntag!
Katrin

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#26

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 18.09.2022 20:14
von LunaBlum • 94 Beiträge | 94 Punkte

Liebe Katrin,
das freut mich zu hören, dass ihr euch nicht gestritten habt und dein Mann sich jetzt wieder um dich kümmern kann. Meiner war jetzt auch ein paar Tage beruflich weg und kommt jede Minute wieder. Ich freue mich schon sehr. Zumal wir gestern Siebenjähriges hatten, was wir unbedingt heute noch nachfeiern wollen.
Ich verstehe deinen Schmerz sehr gut. Man fühlt sich um eine unbeschwerte, glückliche Schwangerschaft betrogen. Für mich war das auch ein großer Teil des Trauerprozesses, um die Möglichkeit zu trauern, das noch einmal ohne Vorbelastung und Angstzustände erleben zu dürfen. Aber ich habe mich neulich einmal mit einer Frau unterhalten, die nach zwei Sternenkindern noch zwei gesunde Kinder bekommen hat. Sie hat mir erzählt, dass ihr die Erfahrung, dass es auch klappen kann, viel Sicherheit für die vierte Schwangerschaft gegeben hat und sie dann viel ruhiger war. Wer weiß, vielleicht wird es eines Tages auch uns so gehen!
Und ich glaube fest daran, wenn das zweite Trimenon einmal erreicht ist, wenn man irgendwann sogar das Baby spüren kann, dann wird es einfacher werden. Die Angst wird nicht weg sein, aber ich glaube fest daran, dass man die Schwangerschaft dann auch wieder mehr genießen kann.
Wir haben morgen nachmittag auch einen Termin mit der Hebamme zum Kennenlernen. Ich habe diesmal wirklich direkt mit dem positiven Test angefangen zu suchen, weil ich mir sicher war, dass ich Begleitung möchte - egal wie es endet. Jetzt fühlt es sich schon komisch an, die Hebamme noch vor der Ärztin zu treffen. Aber ich wollte sie unbedingt persönlich treffen, um zu sehen, ob es passt oder ob ich nochmal weitersuche.
Ich bin gerade wieder ruhiger - aber auch ein bisschen im Ablenkungs-Modus. So richtig verbunden fühle ich mich mit meinem Kind gerade nicht... noch ein bisschen muss ich durchhalten
und in einer Woche dann der ersehnte und gefürchtete Termin... wobei dazwischen jetzt die verflixte siebte Woche kommt. Meine Angstwoche. Beim ersten Mal habe ich das Kind da verloren, beim zweiten Mal fingen da die Blutungen an und die ersten Termine mit "zu klein, kein Herzschlag". Ich hoffe nur, dass ich sie gut überstehe und dann alles gut ist!
Liebe Grüße!

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#27

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 19.09.2022 09:29
von Fanny • 94 Beiträge | 94 Punkte

Ich hab jetzt nicht mehr alles im Kopf was ihr geschrieben habt 😉, aber Katrin wie geht es dir? Gibt es Neuigkeiten? Lg

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#28

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 19.09.2022 10:57
von Katrin • 188 Beiträge | 188 Punkte

Hallo ihr Lieben,
ich blute nicht mehr und körperlich geht es mir besser. Ich habe wenig Symptome, abgesehen von großer Müdigkeit.
Wobei es mich immer beruhigt, wenn mir mal ein kleines bisschen übel ist oder die Brust sticht. Das dürfte insofern gern mehr sein...
Seelisch geht es mir nicht gut. Ich habe große Angst, manchmal geht es ganz gut und manchmal ist es richtig schlimm, so dass ich kaum wieder rauskomme und fast sicher bin, dass es nicht mehr lebt. Ich bin fix und fertig.
So viel Anspannung.
Vor der nächsten Untersuchung am Mittwoch habe ich auch richtig Angst...
Lieb, dass du nachfragst, Fanny!
Ich habe mich jetzt entschieden, mich nicht krankschreiben zu lassen. Aber ich habe mir den anstrengendsten Termin der Woche vom Hals geschafft. Der wäre morgen und da ist eh schon so viel zu tun. Doof war nur, dass ich dafür meinem Chef und zwei Kollegen die Schwangerschaft verkünden musste. Das fand ich sehr unangenehm und anstrengend.
Die Hebamme meinte, sie hält eine Krankschreibung nicht für nötig, aber am besten wäre, wenn ich nur 5 Stunden täglich arbeiten würde und much 3x täglich zumindest für 20 Minuten hinlege.
Lucia, wie gut, dass du dir eine Hebamme suchst und sie kennenlernst. Ich hoffe, sie ist nett! Meine haben mich nach den Fehlgeburten gut unterstützt, daher war ich sehr froh drum, bei Zeiten eine gesucht zu haben.
Auch ich bin jetzt wohl Mitte der 7. Woche. Für mich ist das auch nicht so einfach, weil die erste Fehlgeburt Ende der 7. Woche anfing.
Ich hoffe, dass du die Woche gut durchstehst, Lucia, und dann nächste Woche alles gut ist! Du bist echt tapfer!
Liebe Grüße
Katrin

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#29

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 19.09.2022 19:38
von LunaBlum • 94 Beiträge | 94 Punkte

Liebe Katrin,
wie gut, dass du es auf der Arbeit gesagt hast! Ich kann mir vorstellen, dass es unangenehm war, aber wenn es dazu führt, dass du entllastet wirst und dich schonen kannst, ist es doch super! Ich finde auch den Vorschlag deiner Hebamme, nur fünf Stunden zu arbeiten wirklich gut, vielleicht geht das ja mal eine Weile so...
Wie haben dein Chef und deine Kollegen denn reagiert?
Mein Treffen mit der Hebamme heute war super. Sie war uns sehr sympathisch, wirkte zupackend und fröhlich, das hat mir sehr gut getan. Ein bisschen seltsam war es schon, diesen Termin vor der ersten Vorsorge bei meiner Ärztin zu machen, aber es war auch schön. Sie hat uns gar nicht das Gefühl gegeben, dass man jetzt erst mal abwarten müsste, sondern hat eine große Zuversicht ausgestrahlt und war trotzdem sehr verständnisvoll für meine/unsere Ängste. Jetzt muss ich nur noch eine Woche rumkriegen...
Liebe Grüße, Lucia

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#30

RE: wer steht mit mir (hoffentlich) das erste Trimester durch?

in Schwanger nach erlittener Fehlgeburt 20.09.2022 21:07
von Katrin • 188 Beiträge | 188 Punkte

Liebe Luna,
es freut mich, dass das Kennenlernen mit deiner Hebamme gut war. Wie schön, dass sie eure Sorge ernstgenommen hat und zugleich zuversichtlich war. So wünscht man sich das doch! Wie regelmäßig wirst du von ihr betreut?

Heute ging es mir erstaunlicherweise besser, obwohl ich natürlich Angst vor dem Termin morgen habe. Aber sie hat mich nicht so übermannt wie Sonntagabend und Montagmorgen.

Ich war sehr froh, den stressigsten Termin weglassen zu können.
Mein Chef und die Kollegen waren natürlich nicht begeistert, aber sie haben mir freundlich gratuliert und gewünscht, dass diesmal alles gut geht. Zwei von ihnen wissen von den Fehlgeburten.

Eine Woche ist einerseits nicht lange, wenn man bedenkt, wie lang du warten musst und andererseits eine Ewigkeit, wenn sich die Zeit zieht wie Kaugummi und man sich sorgt.

Meine Hebamme hat mir übrigens den Tipp gegeben jeden Tag 2-3 Gläser Wasser mit Rescue-Tropfen (Bachblüten) drin zu trinken. Ich hab den Eindruck, daß tut ganz gut. Es sei denn ich habe heftige Angst.

Ich wünsche dir, dass du die Woche gut überstehen und du fit bist!

Liebe Grüße
Katrin

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