#1

Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 09.05.2022 16:21
von Cookie89 • 48 Beiträge | 48 Punkte

Hallo Zusammen,

Ich weiß nicht wie ich mit meiner Trauer umgehen soll und würde mich sehr über Kontakt zu Menschen freuen, die meine Situation nachvollziehen können.

Ich bin nun fast 33 Jahre alt und wir versuchen seit zwei Jahren schwanger zu werden. Seitdem war ich 7 mal schwanger mit Frühaborten. Nach einer Gebärmutterspiegelung letzten August wurde ich direkt wieder schwanger und er blieb. Wir sind in einer Kinderwunsch Klinik und es wurden nie Gründe für die FG gefunden. Lange habe ich es nicht glauben können, dass mir das Baby tatsächlich bleibt. Um Weihnachten herum fing es an, dass ich das Gefühl hatte "auszulaufen". Um es kurz zu machen, ich war mehrmals im Krankenhaus und habe meine Sorgen geäußert. Es wurden Fehldiagnosen gestellt und nicht richtig untersucht. In der 23SSW wurde festgestellt dass ich kein Fruchtwasser mehr habe und mein Sohn schon länger auf dem Trockenem liegt. Er hat schon Deformierungen. Nach langem hin und her wurde die Geburt eingeleitet und ich habe ihn gehen lassen müssen. Das war am 28.01.2022
Seitdem hoffe ich wie verrückt, fast schon manisch, wieder schwanger zu werden und habe noch sehr viel mit der Trauer zu kämpfen. Ich weiß nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll. Wir versuchen uns abzulenken und mein Mann liest mir alle Wünsche von den Augen ab aber glücklich bin ich trotzdem nicht.
Dem hinzuzufügen ist, das ich in Amerika lebe und ich mir dort keine selbsthilfegruppe oder ähnliches suchen möchte, da dies meist über die Kirche läuft.

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#2

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 09.05.2022 17:19
von Nele • 785 Beiträge | 786 Punkte

Liebe Cookie,

es tut mir wahnsinnig leid was euch passiert ist. So ein langer Weg zum Kind, dazu noch die Fehlgeburten davor, und dann auf der Zielgeraden das. Wie schrecklich, dass im Krankenhaus die Ursache nicht erkannt wurde es ist nicht zu glauben. Ob etwas hätte getan werden können wer weiß aber so hätte es nicht laufen dürfen.

Konntet ihr euch denn verabschieden, fotos machen und euer Kind beerdigen? Ich weiß nicht wie es in Amerika gehandhabt wird.

Selbsthilfegruppen gibt es hier auch regional sehr unterschiedlich, habe bei uns auch keine gefunden und zu der Zeit war wegen corona auch alles geschlossen.
Wir sind nach über zwei Jahren kinderwunsch in eine Klinik und dort hat es mit dem zweiten Embryotransfer geklappt. Danach eine wunderschöne Schwangerschaft die leider mit einer Totgeburt in 40+0 (ohne das eine Ursache gefunden wurde) endete, ich kann gut nachfühlen wie es dir geht. Man nimmt so viel auf sich und wird dann nicht "belohnt" und in der 23. Woche hat man doch die begründete Hoffnung darauf, dass alles gut geht.

Aber gib nicht auf! Ich bin nach über einem Jahr wieder schwanger geworden (wieder mit icsi) und jetzt 40 Jahre alt. Natürlich kann noch viel passieren ich bin erst 9+5 aber ich hoffe das beste. Du bist erst 33 da ist noch viel zeit! Wurde denn festgestellt wie es zum fruchtwasserverlust kam? Ich kenne es nur durch Infektionen.

Hier findest du auf jeden Fall ein offenes Ohr, jede Frau hier hat ihr Päckchen (oder oder mehrere) zu tragen und versteht die Ängste die man hat. Das es nicht mehr klappt, das es klappt, die Sorge, dass wieder etwas passiert. Dazu das "normale" leben mit seinen Hürden weil andere die solche Erfahrungen nicht machen mussten mit der Problematik schlecht umgehen können und man nicht immer Verständnis oder Rücksichtnahme erlebt. Kinder der anderen bringen auch immer wieder die Erinnerung zurück und führen vor Augen was man selbst (noch) nicht erleben durfte und was das eigene Kind nie erleben wird.

Fühl dich gedrückt und schreibe dir hier alles von der Seele! ❤️

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#3

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 09.05.2022 17:24
von Susanne • 3.509 Beiträge | 3524 Punkte

Liebe Cookie,herzlich willkommen und mein Mitgefühl für Deinen großen Verlust. Es muss ein Alptraum gewesen sein von der Diagnose zu erfahren und dann Dein Kind gehen lassen zu müssen. Ein wirklich traumatischen Erlebnis, dessen Verarbeitung sicher schwer ist. Kennt ihr den Grund für den blasenriss? Wie läuft in Amerika die Beerdigung ab? Bzw wie ist da der Umgang mit Totgeburten? Fühl dich gedrückt


zuletzt bearbeitet 09.05.2022 17:26 | nach oben springen

#4

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 09.05.2022 22:31
von Cookie89 • 48 Beiträge | 48 Punkte

Liebe Nele (ich bin neu hier und hoffe dass das mit dem Antworten so funktioniert 🙂)
Vielen vielen Dank für deine Worte. Es hilft mir ungemein zu sehen dass ich nicht alleine bin.
Meine Freundin hat ihr Baby vor ein paar Wochen bekommen und ich musste leider den Kontakt pausieren weil ich es einfach nicht ertragen kann. Wir durften uns verabschieden und Fotos machen aber ich habe darauf verzichtet. Mein Mann hat die Fotos aber ich habe es bis jetzt nicht ertragen sie zu sehen. Auch das Kinderzimmer konnte ich bis jetzt nicht betreten.
Es tut mir sehr sehr leid was du erleben musstest. Ein absoluter Albtraum aber ich freue mich sehr dass es bei dir wieder geklappt hat und drücke dir ganz ganz fest die Daumen. Du gibst mir etwas Hoffnung zurück. Danke dafür❣️

zuletzt bearbeitet 09.05.2022 22:32 | nach oben springen

#5

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 09.05.2022 22:37
von Cookie89 • 48 Beiträge | 48 Punkte

Hallo Susanne,
Danke für deine Antwort.
Ich habe während und nach der Geburt auf Wunsch eine Menge Valium bekommen. Das hat zumindest am Anfang geholfen. Mir wurde eine Therapeutin zur Nachbetreuung zur Verfügung gestellt und eine Beerdigung angeboten, was wir aber abgelehnt haben. Aus zwischenmenschlicher Perspektive gesehen, wurde ich sehe gut betreut, medizinisch gesehen allerdings nicht. Ich wohne aktuell in den Südstaaten und in manchen Dinge sind sie hier leider hinterher. Außerdem sind hier viele sehr religiös eingestellt und mir hilft das leider nicht beim trauern.
Die Ursache für den Blasenriss wurde nie gefunden, sogar der Gebärmutterhals war fest verschlossen. Es bleibt uns ein Rätsel.

zuletzt bearbeitet 09.05.2022 22:38 | nach oben springen

#6

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 10.05.2022 09:26
von Nele • 785 Beiträge | 786 Punkte

Liebe Cookie,

ich danke dir. ❤️ habt ihr eurem Sohn denn einen Namen gegeben? Wir hatten erst in der Woche vor der Geburt einen Namen für unseren Sohn gefunden, Eric. Da kam uns dann kurz der Gedanke ob wir den Namen "aufheben" weil es so schwer war sich auf einen zu einigen aber wir wollten ihm dann seinen namen nicht nehmen.

Kurz vor und nach uns kamen in Familie und im Bekanntenkreis auch Babys zur Welt. Zu zweien habe ich den Kontakt komplett abgebrochen im laufe des ersten Jahres weil die sich einfach unmöglich verhalten haben und mich einfach nicht verstehen konnten. Wenigstens habe ich da jetzt nicht immer vor Augen wie alt bzw groß mein Kind schon wäre aber es ist auch traurig, es waren Freunde aus Kindertagen. Die anderen kann ich, genauso wie Babys so von nahem, bis heute nicht sehen. Nicht, dass da mal gefragt werden würde wie es uns geht. Ich hoffe deine Freundin versteht das. Oft ist den anderen das eigene Glück das unbedingt überall geteilt werden muss wichtiger als der Schmerz der anderen. Dann verliert man zum Kind noch einen Teil des Freundeskreises.

Hier ist auch viel von der Kirche damit können wir nichts anfangen. Ich bin schon seit Jahren nicht mehr gläubig aber da wo Kinder sterben (und sonst passieren auch so schlimme Dinge) sehe ich keinen Gott. Uns wurde ein kirchlicher Seelsorger angeboten das haben wir aber abgelehnt. Mit dem Krankenhaus hatten wir kein Glück, alle kein bisschen empathisch und die Hebamme hat mich unter der Geburt sogar mehrfach angeschrien, bzw. mich sehr bestimmt angeschnauzt das ist mir jetzt auch erst wieder eingefallen, man verdrängt wohl doch einiges. Mit den sehr christlich eingestellten macht reden über sowas keinen Sinn. Eine Bekannte schrieb mir mein Sohn ist jetzt bei Gott da geht es ihm gut. Einfach irgendwas gesagt und bloß nicht drüber nachdenken, sowas hilft doch keinem und nimmt einem irgendwie den Grund oder das Recht zu trauen, macht mich immer noch wütend.

Wie ist denn die Einstellung bei euch zur künstlichen Befruchtung? Hier sehr gemischt deswegen haben wir erst nach dem Tod unseres Sohnes einigen davon erzählt. Ich wollte nicht, dass jemand vielleicht was blödes zu ihm sagt deswegen. Da kommen die Leute gerne mit Ethik (normalerweise haben die problemlos mehrere Kinder bekommen die natürlich noch leben oder interessieren sich nicht für Kinder) es ist schon kurios. Es wird auch viel gesagt sowas machen nur die "Karrierefrauen" was ja Blödsinn ist. Auf solche Diskussionen lasse ich mich aber nicht ein da bin ich zu sehr persönlich betroffen.

Das ist ja schwierig wenn der Grund nicht gefunden wurde lässt einen so in der Luft hängen weil man auf nichts achten kann. Schlagen die Ärzte da was vorbeugendes vor? Viele Dinge passieren auch einfach so, das passiert höchstwahrscheinlich nicht wieder macht aber natürlich wahnsinnige Angst bei der nächsten Schwangerschaft.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es bald wieder klappt und vor allem mit einem gesunden, lebenden Regenbogenbaby endet! ❤️🍀

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#7

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 10.05.2022 23:21
von Cookie89 • 48 Beiträge | 48 Punkte

Hallo Nele,

Ich finde es schön dass ihr Eric seinen Namen gelassen habt. Unser Sohn hieß Alexander. Wir waren uns darüber noch nicht 100% einigen aber haben beschlossen dass dieser Name auf die Geburtsurkunde sollte.
Habt ihr denn eine Beerdigung gehabt? Hast du dich von ihm verabschiedet?
Ich konnte mir Alexander nicht ansehen weil ich mich schuldig gefühlt habe oder immer noch fühle.
Nachdem es keine offizielle Ursache gab, seh ich die Schuld in meinem "lockeren" Verhalten in der Schwangerschaft. Ich habe, bis ich die ersten Tritte gespürt habe, nicht daran geglaubt dass er bei mir bleiben würde aufgrund unserer Vorgeschichte.
Jetzt lebe ich mit einem permanentem Schuldgefühl und weder Therapeut noch Familie kann mir diese ausreden.
Ich kann auch schlecht über meine Gefühle und Trauer reden und bin froh diesem Forum gefunden zu haben, denn mit Fremden, die das Selbe durchgemacht haben, kann ich schreiben. Das tut gut!
Du sprichst mir aus der Seele, das all die leeren Worte mehr Schaden als Gutes anrichten. Unverständlich dass du keine Empathie erfahren hast, denn es ist das schlimmste was einem Menschen passieren kann. Wie geht denn dein Mann mit der Situation um?
Habe übrigens gestern von einer Firma eine Probepackung geschickt bekommen. Der Tag war für mich gelaufen.
Künstliche Befruchtung wäre für mich der nächste Schritt wenn Clomifen nichts bringt und sogar Adoption ist für mich nicht vom Tisch. Wie die Menschen hier darüber denken weiß ich nicht aber unser Kinderwunsch Zentrum ist immer gut besucht. Leicht reden sich immer nur die Menschen, die nie in dieser Situation waren.


✨️ Alexander 24SSW (28.01.22)
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#8

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 11.05.2022 09:54
von Nele • 785 Beiträge | 786 Punkte

Guten Morgen Cookie,

Alexander ist ein schöner Name und hier auch immer noch sehr beliebt. Gut, dass ihr euch schon Gedanken gemacht habt. Das erst zu tun wenn man weiß das Baby wird nicht leben das stelle ich mir ganz schlimm vor.

Es tut mir so leid, dass du dir Vorwürfe machst und dich schuldig fühlst. Ich denke aber es ist normal, fast jede hier hat sich gefragt hätte ich etwas anders tun können, etwas merken müssen oder, oder... Diese Gedanken kommen einfach immer wieder und man geht alles nochmal durch. Du hast aber keine Schuld genauso wenig wie ich. Mehr als zum Arzt gehen kann man nicht. Außerdem konnte man nur mit dem Wissensstand von damals entscheiden. Hinterher weiß man vielleicht mehr und würde es im Nachhinein anders machen aber das kann man nicht vergleichen. Und das dein Sohn nicht bleiben wollte das glaube ich nicht. Ist es nicht schön zu wissen für ein Kind, dass die Mutter es so sehr liebt und sich darum Sorgen macht ob es bleibt? Ich glaube die Babys spüren ganz viel und er wusste schon warum du so dachtest. Und schau so viele Frauen früher haben Kinder bekommen weil es eben so war und nicht weil sie es wollten und trotzdem haben die Kinder überlebt. Mal ganz abgesehen von Abtreibungsversuchen mit heißem Bad usw. Ich denke mir oft wir sind so vorsichtig mit allem dabei passiert Kindern deren Mütter nicht drauf achten auch nicht mehr. So schnell stribt es sich nicht und ich bin mir 100 % sicher du bist nicht schuld und dein Sohn wusste bzw. weiß wie sehr ihn seine Mama liebt. Es war einfach ein ganz schlimmes Unglück.
Ich habe ganz spät von der schwangerschaft erzählt und angefangen überhaupt etwas zu kaufen weil ich angst hatte es passiert noch was. Einigen die nicht hier wohnen sogar erst als ich in den mutterschutz gegangen bin. In den letzten Wochen erst dachte ich jetzt wird alles gut, die Geburt schaffen wir auch noch dann ist unser Baby da. Da erst konnte ich mich zu 100 % freuen ohne noch was im Hinterkopf zu haben. Trotzdem war die schwangerschaft wunderschön sie hätte auch gerne noch länger gehen können ich habe mich gut gefühlt mit meinem Baby im Bauch, dazu eine wirklich einfache Schwangerschaft ich dachte das ist der Lohn dafür, dass wir so lange darauf warten mussten. Wenn man einen Verlust erlebt hat dann ist es einfach schwer das bekommt man nicht leicht aus dem kopf ich mache mir jetzt auch so viele sorgen, mein freund kann sich irgendwie noch gar nicht freuen. Ich glaube aber unser Baby versteht das, man sorgt sich ja nur um die, die man liebt.

Eric liegt mit bei der mutter meines Freundes und ihren eltern im Grab wir haben keines. Aber für mich ist er bei mir da liegt nur die Asche. Die Zeit zum verabschieden im Krankenhaus war zu kurz aber die Pathologie hatte schon angerufen, wir hatten uns zur Untersuchung entschieden, und ich war nach zwei Tagen Geburt auch fix und fertig, stand überhaupt noch Wochen unter Schock. Im Nachhinein hätte ich so viel anders gemacht aber es bringt ja nichts. Es geht mir sehr nach, dass ich nur den Abdruck von einem Fuß habe und ich hätte mir auch mehr und andere Fotos gewünscht. Wir haben ihn einäschern lassen und wir wollten ihn vorher damals nicht im Sarg liegen sehen um die schönen Bilder als er gerade geboren war nicht zu überlagern das bereue ich sehr. Ich hatte die bestatterin gefragt ob sie vielleicht doch Bilder gemacht hat aber leider nicht. Manche machen es und heben sie auf falls die Eltern (auch Jahre später) danach fragen. Diese war sehr jung ich denke mal, dass sie noch nicht viel Erfahrung im Umgang mit verstorben Kindern hat. Eine Sternenkindfotografin war da und hat wunderschöne Bilder gemacht aber irgendwie ist es nie genug. Die kamen dann auf cd und in einer Karte mit seinen Daten. Sie sagte viele Eltern können sich die Fotos nie ansehen und ich habe das auch schon ganz oft gehört.

Meinen Freund und mich hat das am Anfang sehr zusammen geschweißt jetzt über die Monate aber etwas auseinander gebracht. Er versteht nicht warum ich mich "immer noch" mit vielem so schwer tue (Babys, Ultraschall, Familien allgemein mit kleinen Kindern da halte ich Abstand, Fernsehen geht schon wieder und schwangere auch) dabei finde ich, dass ich große Fortschritte gemacht habe. Deswegen reden wir jetzt kaum noch darüber. Wie geht es euch damit?

Hier ist die Praxis auch voll, alle Nationalitäten und jedes Alter. Klar lässt nicht jeder ivf machen aber es klappt bei vielen nicht ohne Unterstützung was ja keine Schande ist.

So überraschende Sendungen sind furchtbar. Ich hatte mich bei einigen baby Clubs angemeldet und da kommt immer wieder was. Besonders viel am Anfang danach war lange Pause. Zum Geburtstag kam auch was ich habe Rotz und wasser geheult seinen Namen auf dem kleinen Paket zu sehen. Mein freund sagte wann kommt nochmal was das an ihn adressiert ist, auch wieder wahr. Ich habe mich nicht getraut die neue Schwangerschaft mit anzumelden bisher. Abmelden wollte ich dann auch nicht es ist ja eigentlich eine schöne Sache. Ich weiß noch die erste Post kam da waren wir auf dem weg zum Friedhof, man kommt sich vor wie im falschen film.

Arbeitest du denn oder wieder? Hilft dir das zur Ablenkung bzw in den Alltag zurück? Mich hat es überfordert, konnte mich nicht Konzentrieren und es war alles eigentlich nicht wichtig. Bin trotzdem hin hatte keine Wahl.

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#9

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 12.05.2022 00:51
von Cookie89 • 48 Beiträge | 48 Punkte

Guten Abend Nele (bei dir ist es wahrscheinlich mitten in der Nacht 😅),

Ich finde es so toll dass du dich von Eric verabschiedet hast und ihn quasi zur Familie gebracht hast. Die Fotos von der Fotografin sind bestimmt schön geworden. Im Nachhinein gibt es einiges, dass man vielleicht anders gemacht hätte aber im Moment war es wahrscheinlich die richtige Entscheidung. Ich werde es bestimmt mal bereuen, dass ich mich nicht verabschiedet habe aber es ging einfach nicht. Ich war nicht bereit dazu aber ich hoffe, irgendwann Alexanders Fotos anschauen zu können.

Mein Mann war beruflich die ganze Schwangerschaft über im Ausland und wurde zur Einleitung nach Hause geflogen. Er hatte nicht so einen Bezug zu Alexander wie ich. Natürlich hat er sich sehr darüber gefreut Vater zu werden aber er lässt nicht soviele Gefühle raus. Wir reden nicht kaum über ihn, eigentlich fast gar nicht aber ich denke dafür sind die Wunden noch zu frisch.

Momentan sind meine Eltern zu Besuch und meine Mutter wollte mit mir Kleidung für meine Nichten (2&4) kaufen. Da musste ich schlucken und habe abgelehnt. Sogar die Familie, die es ja mitbekommen hat, versteht manchmal nicht, dass das einfach nicht geht.
Fernsehen ist oft schwierig für mich wenn dort Schwangere zu sehen sind und von meinen schwangeren Bekannten hier, habe ich mich distanziert. Wie klappt es bei dir wenn du eine Serie oder einen Film anschaust, wenn eine der Hauptprotagonisten schwanger ist?

Ich habe ja leider schon vor Alexander sehr viele frühe Abgänge gehabt und konnte diese Schwangerschaft überhaupt nicht genießen. Ich habe überhaupt keine Baby Ausstattung (bis auf Klamotten) gekauft und finde es im Nachhinein sehr schade dass ich diese, tatsächlich angenehme Schwangerschaft, nicht genießen konnte.

Aktuell arbeite ich nicht und lenke mich mit meinen Hunden ab. Allerdings will ich mich auch nicht recht ablenken. Es dreht sich in meinem Kopf alles nur im Alexander und meinem Kinderwunsch aber leider kommt man nicht raus aus seiner Haut.
Wie läuft denn bei dir der Alltag ab? Weinst du ab und zu? Wenn ich getriggert werde, kommen mir in aller Öffentlichkeit die Tränen und es kostet mich all meine Energie um dagegen anzukämpfen.


✨️ Alexander 24SSW (28.01.22)
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#10

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 12.05.2022 10:02
von Nele • 785 Beiträge | 786 Punkte

Hallo,

ja es war kurz vor eins 😃

Hauptsache du hast ein bild dann gibt's immer noch die möglichkeit zu schauen. Ich habe eine Frau kennengelernt sie hat einen Monat nach mir im gleichen Krankenhaus auch am Entbindungstermin ihre Tochter tot geboren. Auch der Schock beim Ultraschall aber bei ihr war es die Nabelschnur um dem Hals des Babys. Sie hat nur ein Bild von der Hebamme machen lassen und das nie angeschaut, ist auch nach der Geburt gleich heim. Das muss jeder machen wie es in dem Augenblick geht man denkt ja nicht nach vorher über sowas. Obwohl ich schon gerne vorher gewusst hätte welche Möglichkeiten man im schlimmsten Fall hat, über Kaiserschnitt usw wird man ja auch informiert wenn man möchte.

Mit Kindern im Alter deiner nichten tue ich mich auch schwer und da dann shoppen zu gehen nach so einem Verlust, also wirklich. Als ich am ersten muttertag weinend bei meiner Mutter saß meinte sie zu mir ob ich nicht zur Ablenkung das Spielhaus das der Nachbar für seine enkel gebaut hat anschauen will... Seitdem habe ich sie nicht mehr gesehen, war noch mehr in der Richtung sie versteht es einfach nicht.

Am Anfang habe ich eigentlich den ganzen Tag geweint, die ersten Wochen sobald ich aufgewacht bin und es mir eingefallen ist und beim ins Bett gehen auch. Nach acht Wochen musste ich wieder arbeiten, hab jeden Tag im Auto geweint ich fahre einfach je nach Verkehr eine halbe Stunde oder länger. Es war einfach falsch statt in Elternzeit wieder in der Arbeit zu sein. In der Öffentlichkeit sind mir auch ganz oft und noch lange die Tränen gekommen. Irgendwie wird man von Neugeborenen regelrecht verfolgt und manchmal ist aber auch wirklich in jedem Gang im Supermarkt eine schwangere oder ein Baby obwohl ich die typischen Zeiten zum Einkaufen schon meide. Inzwischen ist es besser aber schön ist es nicht, ich denke einfach immer an meinen Sohn und frage mich warum gerade er sterben musste und nicht die anderen, besonders wenn die viele kinder haben. Mein kind jetzt wird ja vermutlich ein Einzelkind bleiben wenns nicht noch ein wunder gibt.
Wir waren im ersten Jahr mal wandern (nicht während der Schulferien) und das auch auf schwierigen Wegen die nicht geeignet sind Babys mitzunehmen da braucht man ja nur ausrutschen und diese Rückentragen die alle hatten ohne halt für die ganz kleinen die noch nicht allein sitzen können soll man sowieso nicht nutzen, wir hatten uns über die tragemöglichkeiten informiert. Da waren wir also auf einem ganz schmalen, steilen Steg der nass war vom Wasserfall, viele Leute unterwegs, und überall Babys und kleine Kinder. Eines direkt vor uns in der trage da konnte ich nicht mehr, bin einfach stehen geblieben und hab geweint. Eigentlich wäre ich am liebsten den Abhang runter gesprungen das ging richtig steil und weit runter. Alle haben mich angeschaut wie eine Verrückte es war mir so unangenehm hinterher. Meine Schwägerin sagte daheim ganze böse zu mir das hätte sie mir gleich sagen können, dass dort viele Babys sind (beim Wandern?) und ich denke wohl ich bin die bessere Mutter weil mein Kind tot ist. Das direkt vor meinem ersten Termin in der kinderwunschklinik nach der Geburt, vor dem ich natürlich angst hatte. Verstanden hat sie mich nicht warum mich das verletzt hat und ich habe mich danach auch von ihr zurück gezogen. Jetzt sind es 1 1/2 Jahre und ich habe am Muttertag letzten Sonntag seit langem wieder geweint. Ich denke jeden Tag an meinen Sohn aber das es so überfällt, und sich wieder anfühlt als wäre es gerade erst passiert, das wird weniger und man kommt leichter wieder raus aus dem tief. So eine traurige Grundstimmung ist uns aber geblieben. Der Weg zum Kind war schon so belastend, dann der Tod vom Kleinen und wir haben danach auch über ein Jahr probiert bzw waren in Behandlung bis es wieder geklappt hat das nimmt einfach wahnsinnig mit und die Große Vorfreude ist jetzt nicht da, ich habe einfach zu viel Angst das überschattet alles. Aber ich bin sicher das Baby versteht das und dein Sohn hat es auch verstanden. Wäre es einem egal, wie schlimm wäre das erst.

Filme mit schwangeren kann ich erst wieder sehen seit ich selbst schwanger bin aber ungern eigentlich schaue ich meistens nicht weiter das erinnert mich dann alles und im Fernsehen wird es auch oft so einfach dargestellt da denken die Leute dann es wäre tatsächlich so. Ich sage nur "ach du wirst nicht schwanger, da gibt's doch in der Werbung vitamintabletten, hast du die schon probiert?" genau, eine Tablette und heile Welt.

Schade, dass dein Mann dann von der schwangerschaft nichts mitbekommen hat. Die Männer sind da sowieso wenig beteiligt und wenn dann kein Ultraschall mit geschaut werden kann oder wenigstens die Veränderungen bei uns bewusst machen, dassbein Baby unterwegs ist es ist nicht leicht. Zeit zum reden ist immer noch da wenn ihr bereit seid das läuft nicht weg. Ist er jetzt bei dir oder wieder unterwegs? Tiere sind eine schöne Hilfe ich bin auch immer noch froh über die Katzen. Ein Hund bringt einen auch gut vor die Tür ich neige dazu drinnen zu bleiben.

Sind deine Eltern länger bei dir? Bestimmt könnt ihr auch noch was anderes zusammen machen oder verstehen sie insgesamt nicht wie schwer sowas ist? Ich glaube niemand könnte nach mehreren Fehlgeburten eine Schwangerschaft ganz unbeschwert genießen ohne sich zu sorgen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich hätte auch vieles noch machen wollen aber irgendwie vergeht die Zeit am ende doch schnell und dann war es zu spät. Das Zimmer wurde nie fertig und ich wollte ihm Musik vorspielen und vorlesen. Hat mir hinterher sehr leid getan.

Hast du hier mal in den threads gelesen was die Frauen denen es wie dir geht alles haben untersuchen lassen? Vielleicht wurde irgendwas nicht abgeklärt? Obwohl die schwangerschaft mit deinem Sohn so lange gehalten hat, es ist schon komisch. Und wahnsinnig ungerecht! Als hätte einfach jemand gesagt du nicht. Ohne einen grund zu kennen das ist schwer man kann nirgendwo ansetzen undves anders machen.

Verstehe ich, dass sich alle Gedanken um das gleiche Thema drehen es geht mir seit Jahren auch so man kann schwer abschalten. Und gerade in der fortgeschrittenen Schwangerschaft ist man schon so eingestellt auf das Leben mit Kind und dann da einfach zurück geworfen zu werden und plötzlich eine Mutter mit totem Kind zu sein das ist emotional ja eine riesige Aufgabe. Wer es nicht erlebt hat kann es nicht nachvollziehen obwohl viele ja wirklich auch Verständnis haben obwohl oft gar keine Kinder da merkt man einfach wie unterschiedlich die Menschen sind und zum Glück gibt es solche auch.

Ich hoffe du hast noch eine schöne Zeit mit deinen Eltern!

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#11

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 13.05.2022 21:17
von Cookie89 • 48 Beiträge | 48 Punkte

Hallo Nele,

Gestern war mein 33ster Geburtstag deswegen habe ich mal pausiert 🙂 Außerdem habe ich mir gestern das schönste Geschenk selbst gemacht und habe positiv getestet. Überraschenderweise überwieget momentan die Vorfreude und die Sorgen halten sich noch in Grenzen.
Wie ging es dir damals ab positivem Test und wie lange war der Zeitraum zwischen der Geburt und dem Test?

Meine Eltern können sich schon vorstellen was ich durchmache aber leider fehlt meiner Mutter oft das Feingefühl bzw. Sie vergisst wohl ab und an in welcher Situation ich mich befinde.
Hast du deine Mutter schon eineinhalb Jahr nicht mehr gesehen oder hab ich das falsch verstanden?
Menschen, die einem momentan nicht gut tun, müssen dann einfach mal auf "Pause" geschaltet werden. Am schlimmsten triggern mich aber kleine Babys.
Die ersten Wochen haben mein Mann und ich tatsächlich im Bett verbracht und sind nur mit den Hunden raus gegangen. Dann wurde es langsam zum Glück wieder besser.
Deine Wanderung ging ja total nach hinten los. Schade dass du kaum Verständnis bekommen hast. Es ist manchmal schon schrecklich dass manche Menschen einen mehr Schaden als Gutes tun und vorallem noch wenn die Wunde so frisch ist.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende 🤗


✨️ Alexander 24SSW (28.01.22)
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#12

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 14.05.2022 10:12
von Nele • 785 Beiträge | 786 Punkte

Guten Morgen!

Herzlichen Glückwunsch nachträglich und natürlich zum positiven Test! Das ist wirklich das beste Geschenk und so ins neue Lebensjahr zu starten perfekt 👍❤️😃

Dann kannst du dich uns jetzt im "schwanger im ersten trimester" Chat anschließen 😃
Wie lange war es jetzt zwischen Geburt und positivem test?

Mit positivem test kommen gleich neue Sorgen und Ängste das ist wohl bei uns mit Vorgeschichte so. Bei mir ist es etwas besser als ganz am Anfang aber Sorgen sind immer da und wahnsinnige Angst vor dem nächsten Ultraschall, andererseits das Gefühl bald wieder eine Bestätigung zu bekommen das alles ok ist. Bei meinem Sohn konnte ich dem test nicht glauben bis ich es auf Ultraschall gesehen habe. Die Geburt ging genau am errechneten Termin los, eine volle Schwangerschaft. Jetzt bin ich heute 10+3 und am Mittwoch ist der nächste Termin. Ich habe mir gestern einen angel sounds gebraucht bestellt ich bin gespannt. Wahrscheinlich ist es zu früh was zu hören mit meiner Voderwandplazenta aber die Zeit kommt und für mich fann hoffentlich ein Stück Sicherheit.

Über ein Jahr habe ich meine Mutter nicht mehr gesehen jetzt und nur wenig Kontakt per what's app. Von der schwangerschaft weiß sie, ich habe immer Bilder geschickt, sie fragt aber auch nicht mal nach wie es so geht. Ich habe schon oft gelesen, dass die Mütter mit so einer Situation in der wir sind nicht gut umgehen können oder sie verstehen es einfach nicht.
Ich bin anfangs auch nur raus wenn es nötig war und zum spazieren gehen spät wenn wenig leute unterwegs waren. Öfter bin ich auch wieder heim weil ich es nicht geschafft habe und wirklich von jeder Seite ein Kinderwagen kam, echt wie verhext. Es war 2020 aber auch das Jahr mit der höchsten Geburtenrate hier im Umkreis seit langem habe ich später gehört. Gerade dann natürlich. Aber dieses Jahr bin ich dran 🍀😃

Bei dir fällt es schon ins neue Jahr dann oder?

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#13

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 14.05.2022 22:41
von Cookie89 • 48 Beiträge | 48 Punkte

Hey Nele,

Vielen Dank. Ich trete eurem "schwanger im ersten trimester " Club bei, sobald ich beim Arzt gewesen bin. Bin natürlich noch ein bisschen skeptisch weil meine Striche noch sehr schwach sind.
Die Geburt von Alexander war am 28.01 und der Test war vorgestern. Es waren jetzt 3 Zyklen dazwischen und ich habe mir so gewünscht vor ursprünglichen ET (27.05) wieder schwanger zu werden.
Freust du dich denn auf deine Ultraschall Termine? Bist du ein Risikopatient und wirst öfters untersucht?
Bei mir wurde bei dem 20 SSW Ultraschall der Fruchtwasser Verlust festgestellt und das wird wohl meine größte Herausforderung. Ich werde allerdings nun auf viel häufigere Untersuchungen bestehen.
Mein Baby wird im Januar hoffentlich zu mir kommen und 2022 ist dein Jahr 🥰

Ja, ich kenne das. Gefühlt sind nur noch Kinderwagen unterwegs und man könnte nur 🤮 aber wir dürfen das auch bald haben.
Ich hoffe auch dass sich deine Beziehung mit deiner Mutter wieder verbessert aber ich glaube ich werde meinen Eltern auch erstmal nicht von der Schwangerschaft erzählen.
Meiner besten Freundin hab ich via WhatsApp berichtet aber sie hat sehr zurückhaltend reagiert und ich weiß noch nicht was ich davon halten soll.
Wie haben eure Freunde darauf reagiert?
LG


✨️ Alexander 24SSW (28.01.22)
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#14

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 14.05.2022 23:39
von Marina • 102 Beiträge | 105 Punkte

Hallo liebe Cookie,

es tut mir sehr leid, dass du deinen kleinen Alexander gehen lassen musstest. Das muss so unfassbar schwer für dich gewesen sein.
Mir kamen die Tränen beim Lesen deiner und auch Nele's Geschichte, wie grausam das Schicksal euch beide getroffen hat. Umso mehr freut es mich für euch, dass ihr positiv testen durftet und ich wünsche euch beiden aus ganzem Herzen alles Gute
Schade, dass aus eurem Umfeld teilweise so unsensiblen Reaktionen kamen. Es ist nicht leicht, für solch einen Verlust die passenden Worte zu finden.
Und dass ihr Alexander und Eric gehen lassen musstet ist einfach unsäglich schlimm.
Fühlt euch umarmt
Und alles Liebe nachträglich zum Geburtstag Cookie

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#15

RE: Trauer um verlorenen Sohn 24SSW

in Eure Geschichte 15.05.2022 08:41
von Susanne • 3.509 Beiträge | 3524 Punkte

Herzlichen Glückwunsch! Wurde denn untersucht, ob eine Infektion ursächlich für den Blasenriss war? Das müsste ja auf jeden Fall ausgeschlossen werden, damit so etwas nicht wieder passiert, wenn es evtl die Ursache war. Evtl würde ich so oder so auf eine Antibiotika Therapie bestehen, die man in der Schwangerschaft oder ab dem 2. Trimester machen kann. Ich habe immer noch im Kopf, dass du geschrieben hast, dass die Medizinisch hinterm Mond leben...


zuletzt bearbeitet 15.05.2022 08:44 | nach oben springen


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